Ölpreise schwanken aber DAX bleibt standhaft
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Der DAX schloss am Donnerstag leicht im Minus, ging aber bei 15.045 Punkten aus dem Handel und bestand somit den sogenannten Härtetest. Der Index bewahrte das Niveau des Nachmittagshandels, wobei das Tagestief bei 14.984 Punkten lag. Sollte der DAX am kommenden Freitag unter 15.186 Punkten schließen, wäre dies die fünfte negative Woche in Folge. Historisch gesehen liegt der Tiefpunkt in überwiegend freundlichen Börsenjahren oft in der ersten Oktoberwoche, weshalb ein neues Tief Mitte des Monats ungewöhnlich wäre.
Die weltpolitischen Entwicklungen, insbesondere der Krieg im Nahen Osten, beeinflussen die Finanzmärkte stark. Üblicherweise führt dies zu Aktienverlusten und Kursgewinnen bei "sicheren Häfen" wie Gold, Schweizer Franken und Staatsanleihen. In der Tat stieg der Goldpreis in der vergangenen Woche um über vier Prozent und der Schweizer Franken gewann gegenüber Euro und Dollar. Im Gegensatz dazu erlebte der Anleihemarkt einen Rückgang, wobei die Renditen sowohl kurz- als auch langfristiger US-Anleihen neue 16-Jahres-Rekordhöhen erreichten. Die zehnjährigen US-Staatsanleihen nähern sich einer Rendite von fünf Prozent.
Marktteilnehmer erwarten, dass Jerome Powell, Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve, mögliche weitere Zinserhöhungen aufgrund der robusten US-Wirtschaft hervorheben wird. Diese Erwartung an die US-Notenbank hat Auswirkungen auf die globalen Märkte. Ein Anstieg der Zinsen in den USA könnte den Aktienmarkt beeinflussen, insbesondere Staatsanleihen, die laut Thomas Altmann von QC Partners durch die Zinsangst in den Hintergrund gerückt sind.
Die US-Berichtssaison begann für einige Anleger enttäuschend, besonders für Tesla. Der Preiskampf hat die Margen belastet und Elon Musk, CEO von Tesla, äußerte Bedenken bezüglich des aktuellen Wachstumstempos und der bevorstehenden Herausforderungen bei der Produktion des Cybertrucks.
Heimische Investoren scheinen jedoch strategisch gut positioniert zu sein. In den letzten zwei Wochen haben sie von den Kursschwankungen profitiert. Einige von ihnen setzten auf steigende Kurse, realisierten Gewinne und setzten dann mit Short-Produkten auf fallende Notierungen. Solch ein taktisches Handeln könnte sich bei weiteren Marktabschwüngen als vorteilhaft erweisen.
Trotz der geopolitischen Spannungen, insbesondere nach einem Raketeneinschlag in ein Krankenhaus im Gazastreifen, sanken die Ölpreise zum Börsenschluss leicht. Ein Barrel Brent kostete 91,40 Dollar, obwohl die Preise nach dem Vorfall zunächst gestiegen waren. Dennoch sind sie immer noch weit von ihren Höchstständen im September entfernt.
