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Ölpreis fällt, Euro legt zu, US-Verbrauchervertrauen sinkt überraschend stark

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Ölpreis fällt, Euro legt zu, US-Verbrauchervertrauen sinkt überraschend stark

Die Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran hat den Märkten neuen Auftrieb gegeben. Der DAX legte gestern nach Tagen politischer Unsicherheit kräftig zu und schloss mit einem Plus von 1,6 Prozent bei 23.641 Punkten. Der MDAX stieg sogar um 2,3 Prozent auf 29.957 Punkte und überschritt im Tagesverlauf die Marke von 30.000 Punkten. Anleger zeigten sich erleichtert, dass sich die Lage im Nahen Osten vorerst nicht weiter zuspitzt. Aussagen des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu, wonach weitere Angriffe auf den Iran vermieden würden, trugen zur Entspannung bei.

Auch ein deutlich fallender Ölpreis unterstützte die Märkte. Brent-Öl sank um mehr als fünf Prozent auf 66,60 Dollar pro Barrel, die US-Sorte WTI fiel auf 64,74 Dollar. Analysten führten die Preisentwicklung auf die Einschätzung zurück, dass ein Angebotsschock inzwischen als unwahrscheinlich gilt. Diese Entwicklung wirkte sich zudem positiv auf Aktien von Fluggesellschaften wie Lufthansa, EasyJet oder Wizz Air aus. Auch der Reisekonzern TUI und der Flughafenbetreiber Fraport profitierten.

Bei den Einzelwerten im DAX stach Heidelberg Materials mit einem Kursplus von rund sechs Prozent hervor. Hintergrund war eine Kurszielanhebung durch Analysten. Dagegen verloren Rüstungswerte wie Rheinmetall, Renk und Hensoldt, da eine weitere Eskalation im Nahen Osten zunehmend unwahrscheinlich erscheint.

Die Wall Street eröffnete freundlich, Dow Jones und Nasdaq verzeichneten Gewinne. Unterstützung kam zudem vom gestiegenen ifo-Geschäftsklimaindex, der auf den höchsten Stand seit Mai 2024 kletterte. Ifo-Präsident Clemens Fuest sieht darin ein Zeichen wachsender Zuversicht in der deutschen Wirtschaft. Das riesige Finanzpaket der Bundesregierung und Zinssenkungen der EZB gelten dabei als zentrale Stützen.

Belastet wurde der Markt durch Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell, der trotz politischem Druck keine baldigen Zinssenkungen in Aussicht stellte. Zudem trübte sich das US-Verbrauchervertrauen laut Conference Board überraschend stark ein.

Continental senkte unterdessen seine Jahresziele und kündigte tiefgreifende Konzernveränderungen an. Die Autosparte wird abgespalten, die Kunststofftechnik-Sparte soll verkauft werden. Die Aktie gab nach. Auch Beiersdorf geriet in den Fokus – in der Schweiz läuft eine Wettbewerbsuntersuchung wegen möglicher Preisabsprachen.

Der Münchner Medizintechnikanbieter Brainlab plant derweil seinen Börsengang. Bis zu 5,2 Millionen Aktien sollen zu Preisen zwischen 80 und 100 Euro angeboten werden. Der Handelsstart an der Frankfurter Börse ist für den 3. Juli vorgesehen.

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