OECD warnt: Iran-Krieg trifft Großbritannien am härtesten
Ein möglicher Iran-Konflikt würde alle großen Volkswirtschaften treffen – Großbritannien jedoch besonders schwer, warnt die OECD.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schlägt Alarm: Ein Krieg im Iran würde keine der großen Weltwirtschaften verschonen. Für Großbritannien prognostiziert die in Paris ansässige Organisation dabei den schwersten wirtschaftlichen Einbruch unter allen Industrienationen. Das geht aus dem jüngsten Zwischenbericht zum Wirtschaftsausblick hervor, den die OECD am Donnerstag veröffentlichte.
Die Zahlen sind deutlich: Die OECD revidierte ihre Inflationsprognose für das Vereinigte Königreich auf 4% für das laufende Jahr – ein Anstieg um 1,5 Prozentpunkte gegenüber der Dezember-Prognose. Gleichzeitig erwartet die Organisation, dass das britische Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 auf magere 0,5% sinken wird. Das entspricht einem Rückgang um 0,5 Prozentpunkte gegenüber der letzten Überprüfung.
Diese Korrekturen sind die stärksten Abwärtsrevisionen, die die OECD in ihrem aktuellen Zwischenbericht für eine der großen Volkswirtschaften vorgenommen hat. Damit rückt Großbritannien in eine besonders exponierte Position – sowohl bei der Inflation als auch beim Wachstum.
Warum Großbritannien besonders verwundbar ist
Die erhöhte Verwundbarkeit Großbritanniens hängt mit mehreren Faktoren zusammen. Als stark vom Außenhandel und von Energieimporten abhängige Volkswirtschaft reagiert das Land besonders sensibel auf geopolitische Schocks im Nahen Osten. Steigende Ölpreise infolge eines Iran-Konflikts würden die ohnehin erhöhte Inflation im Vereinigten Königreich zusätzlich anheizen.
Für deutsche Anleger und Investoren ist diese Entwicklung ebenfalls relevant. Deutschland als exportstarke Volkswirtschaft wäre bei einer globalen Eskalation ebenfalls betroffen, wenn auch laut OECD in geringerem Ausmaß als Großbritannien. Die OECD-Prognosen unterstreichen, wie stark geopolitische Risiken inzwischen die Wirtschaftsplanung dominieren.
Die Revisionen der OECD verdeutlichen einmal mehr, dass geopolitische Konflikte unmittelbare wirtschaftliche Konsequenzen haben. Investoren sollten die Entwicklungen im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf Inflation, Energiepreise und Wachstum genau im Blick behalten.
