Nvidia-Quartalszahlen am 20. Mai: Schafft der Chipriese 78,8 Milliarden Dollar?
Die Wall Street erwartet von Nvidia ein Umsatzwachstum von 77% – und schaut dabei auf Marge und Ausblick.

Am 20. Mai nach Börsenschluss legt Nvidia seine Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor. Die Erwartungen sind enorm: Analysten rechnen im Durchschnitt mit einem Umsatz von 78,8 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von 77% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für ein Unternehmen, das im vergangenen Jahr bereits einen Jahresumsatz von 216 Milliarden Dollar erzielte, ist das eine Wachstumsrate, um die es die meisten Start-ups beneiden würden.
Nvidia hat in den vergangenen Quartalen eine beeindruckende Erfolgsserie hingelegt. Das Ausmaß der Übertreffungen gegenüber den eigenen Prognosen wuchs dabei kontinuierlich: von weniger als einer Milliarde Dollar im ersten Quartal des Geschäftsjahres auf fast zwei Milliarden Dollar im vierten Quartal. Ob sich diese Serie am 20. Mai fortsetzt, ist die zentrale Frage für Anleger.
Nvidias größte Kunden erhöhen ihre Ausgaben massiv
Ein wesentlicher Treiber des Nvidia-Wachstums sind die vier größten Kunden des Unternehmens: Amazon, <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft, Alphabet und Meta Platforms. Diese vier Tech-Giganten kaufen den Großteil der KI-Chips von Nvidia, um ihre Cloud-Infrastruktur und KI-Geschäfte auszubauen. Alle vier haben ihre jüngsten Quartalsberichte bereits vorgelegt – und alle vier kündigten deutliche Erhöhungen ihrer Investitionspläne an.
Zusammen planen die vier Unternehmen in diesem Jahr Ausgaben von mehr als 710 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur. Amazon allein plant rund 200 Milliarden Dollar, Microsoft hat 190 Milliarden Dollar zugesagt, Alphabet plant 185 Milliarden Dollar – fast das Doppelte des Vorjahres – und Meta will 135 Milliarden Dollar investieren. Ein erheblicher Teil dieser Summen dürfte direkt in die Kassen von Nvidia fließen.
Zwei Faktoren, die über die Umsatzzahl hinaus entscheiden
Die Umsatzzahl wird die Schlagzeilen dominieren, doch zwei weitere Punkte könnten für die Kursentwicklung der Aktie noch entscheidender sein. Erstens der Ausblick: Die Wall Street erwartet, dass das Management für das zweite Quartal einen Umsatz von rund 86,6 Milliarden Dollar in Aussicht stellt – was einer Wachstumsrate von 85% entsprechen würde. Eine Prognose unterhalb dieser Marke würde die Aktie wahrscheinlich belasten, selbst wenn das erste Quartal stark ausfällt.
Zweitens die Bruttomarge: Nvidia hat für das Quartal eine Marge von rund 75% in Aussicht gestellt – ein Niveau, das zuletzt im vierten Quartal erreicht wurde. In einigen Quartalen zuvor war die Marge aufgrund des Produktionshochlaufs der neuesten Prozessoren auf Basis der Vera-Rubin-Architektur etwas niedriger ausgefallen. Sollte die Bruttomarge unter 75% liegen, könnte die Aktie unter Druck geraten, selbst wenn der Umsatz solide aussieht.
Bewertung und langfristige Perspektive
Trotz des massiven Kursanstiegs der vergangenen Jahre ist die Nvidia-Aktie nicht so teuer, wie man vermuten könnte. Aktuell wird sie mit etwa dem 26-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Das ist zwar kein Schnäppchen, liegt aber unter dem Fünfjahresdurchschnitt der Aktie – und erscheint für ein Unternehmen mit über 70% Umsatzwachstum nicht übermäßig ambitioniert.
Die eigentliche Frage für langfristig orientierte Anleger geht jedoch über einzelne Quartalszahlen hinaus: Wie nachhaltig ist der KI-Boom? Die Ausgaben für KI-Infrastruktur sind den tatsächlich erzielten wirtschaftlichen Erträgen weit vorausgeeilt. Wer jedoch davon überzeugt ist, dass der KI-Boom erst am Anfang steht, für den bleibt Nvidia nach wie vor eine der zentralen Investitionsmöglichkeiten in diesem Megatrend.
