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Novartis erwartet 2026 Wachstum trotz größtem Patentablauf der Firmengeschichte

Schweizer Pharmakonzern rechnet mit niedrig einstelligem Umsatzplus – Generika-Konkurrenz belastet operative Marge

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Novartis erwartet 2026 Wachstum trotz größtem Patentablauf der Firmengeschichte

Der Schweizer Pharmariese Novartis AG steht 2026 vor seinem größten Patentablauf in der Unternehmensgeschichte. Trotzdem rechnet der Konzern mit einem niedrig einstelligen Umsatzwachstum, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Das operative Kernergebnis soll allerdings in ähnlichem Umfang zurückgehen, da zunehmende Generika-Konkurrenz auf die Margen drückt.

Für das Geschäftsjahr 2025 meldete der Basler Arzneimittelhersteller einen Nettoumsatz von 54,53 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 8 Prozent in konstanten Währungen gegenüber 50,32 Milliarden Dollar im Vorjahr. Das operative Kernergebnis kletterte um 14 Prozent auf 21,89 Milliarden Dollar, wodurch sich die operative Kernmarge von 38,7 auf 40,1 Prozent verbesserte.

"Im Jahr 2026 erwarten wir, durch den größten Patentablauf in der Geschichte von Novartis zu wachsen, was die Stärke unseres Geschäfts unterstreicht", erklärte Vorstandsvorsitzender Vas Narasimhan. Das Unternehmen bleibe auf Kurs, seine mittelfristigen Ziele zu erreichen.

Fünf Wachstumstreiber kompensieren Patentauslauf

Das Wachstum stützt sich auf fünf prioritäre Marken. Spitzenreiter ist das Brustkrebsmedikament Kisqali mit Jahresumsätzen von 4,78 Milliarden Dollar – ein Plus von 57 Prozent in konstanten Währungen. Die Multiple-Sklerose-Behandlung Kesimpta erwirtschaftete 4,43 Milliarden Dollar, ein Anstieg um 36 Prozent.

Die Prostatakrebstherapie Pluvicto steigerte die Umsätze um 42 Prozent auf 1,99 Milliarden Dollar. Das Medikament Scemblix gegen chronisch-myeloische Leukämie legte sogar um 85 Prozent auf 1,29 Milliarden Dollar zu. Die etablierte Psoriasis-Behandlung Cosentyx meldete Umsätze von 6,67 Milliarden Dollar, ein Plus von 8 Prozent.

Generika-Konkurrenz belastet etablierte Produkte

Die Schattenseite zeigt sich bei älteren Produkten. Das Herzinsuffizienzmedikament Entresto, lange ein Umsatzbringer, verzeichnete im vierten Quartal einen Rückgang um 45 Prozent in konstanten Währungen auf 1,25 Milliarden Dollar. Die Jahresumsätze sanken um 2 Prozent auf 7,75 Milliarden Dollar.

Noch dramatischer fiel die Entwicklung bei Promacta aus, einer Behandlung von Bluterkrankungen. Die Umsätze brachen im vierten Quartal um 63 Prozent auf 226 Millionen Dollar ein, im Gesamtjahr gingen sie um 27 Prozent auf 1,64 Milliarden Dollar zurück.

Im vierten Quartal stiegen die Nettoumsätze zwar um 1 Prozent auf 13,34 Milliarden Dollar, in konstanten Währungen sanken sie jedoch um 1 Prozent. Verantwortlich dafür waren die Generika-Erosion und Anpassungen bei Umsatzabzügen in den USA.

Regulatorische Erfolge und finanzielle Kennzahlen

Novartis erreichte im Quartal wichtige regulatorische Meilensteine. Die US-Arzneimittelbehörde FDA genehmigte die Gentherapie Itvisma zur Behandlung der spinalen Muskelatrophie. Zudem akzeptierte die Behörde einen Antrag für Pluvicto bei metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs. Die Europäische Kommission genehmigte Scemblix für Patienten mit chronisch-myeloischer Leukämie über alle Behandlungslinien hinweg.

Der Nettogewinn für das Gesamtjahr stieg um 17 Prozent von 11,94 auf 13,97 Milliarden Dollar. Der Kerngewinn pro Aktie legte in konstanten Währungen um 17 Prozent von 7,81 auf 8,98 Dollar zu. Der freie Cashflow erhöhte sich um 8 Prozent auf 17,60 Milliarden Dollar.

Novartis kaufte 2025 insgesamt 77,60 Millionen Aktien für 8,90 Milliarden Dollar zurück. Die Nettoverschuldung stieg zum Jahresende von 16,10 auf 21,90 Milliarden Dollar, was auf Aktienrückkäufe, Dividendenzahlungen von 7,80 Milliarden Dollar und 5,20 Milliarden Dollar für Fusionen und Übernahmen zurückzuführen ist.

Dividendenerhöhung und Preisvereinbarung mit USA

Der Verwaltungsrat schlägt eine Dividende von 3,70 Schweizer Franken pro Aktie vor, eine Steigerung um 5,7 Prozent gegenüber 3,50 Franken im Vorjahr. Die im Dezember getroffene Vereinbarung mit der US-Regierung zur Senkung der Arzneimittelpreise ist laut Novartis bereits in der Prognose für 2026 berücksichtigt.

Das Unternehmen bekräftigte sein mittelfristiges Ziel einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 5 bis 6 Prozent für den Zeitraum 2025 bis 2030. Damit zeigt sich Novartis zuversichtlich, die Herausforderungen durch Patentabläufe mit innovativen Produkten kompensieren zu können.

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