Nouveau Monde startet Bau der größten G7-Graphitmine
Mit 644,5 Mio. Dollar Finanzierung und grünem Licht für die Investitionsentscheidung beginnt das Matawinie-Projekt in Québec.

Nouveau Monde Graphite (TSX: NOU; NYSE: NMG) hat einen entscheidenden Meilenstein erreicht: Das kanadische Unternehmen hat die endgültige Investitionsentscheidung für seine Graphitmine Matawinie in Québec genehmigt. Gleichzeitig wurde ein Eigenkapital-Finanzierungspaket in Höhe von 309,7 Millionen Dollar abgeschlossen. Das Projekt soll zum größten Graphitbetrieb der G7-Staaten werden.
Die jüngste Finanzierungsrunde setzt sich aus mehreren Quellen zusammen: 213,2 Millionen Dollar stammen von kombinierten Investitionen des Canada Growth Fund, der staatlichen Investissement Québec und dem italienischen Energiekonzern Eni. Weitere 96,5 Millionen Dollar wurden im April über eine Festpreis-Emission (Bought Deal) eingenommen. Zusammen mit Fremdkapital von Export Development Canada und der Canada Infrastructure Bank hat Nouveau Monde nun insgesamt rund 644,5 Millionen Dollar für das Projekt aufgebracht.
Das Geld fließt in den Bau der kommerziellen Matawinie-Mine sowie in eine dazugehörige Anlage für Batteriematerialien im québecer Industriestandort Bécancour. Die geschätzten Gesamtkapitalkosten für beide Standorte belaufen sich auf rund 634 Millionen Dollar – weniger als die Hälfte des in einer Machbarkeitsstudie von 2025 prognostizierten Betrags. CEO Eric Desaulniers erklärte, das Unternehmen habe die geplante Anlage in Bécancour im vergangenen Jahr verkleinert, nachdem der US-Markt für Elektrofahrzeuge zu schrumpfen begann.
Strategische Bedeutung für kritische Mineralien
Das Projekt Matawinie liegt in Saint-Michel-des-Saints, rund 120 Kilometer nördlich von Montreal. Es ist als großflächiger Tagebaubetrieb konzipiert und soll über das Wasserkraftnetz von Québec mit Strom versorgt werden. Damit positioniert sich das Vorhaben als besonders nachhaltiges Bergbauprojekt innerhalb der G7-Staaten.
Kanada ist derzeit das einzige G7-Land, das Graphit kommerziell abbaut. Matawinie würde den kanadischen Anteil an der weltweiten Graphitproduktion nach Schätzungen von Nouveau Monde von derzeit etwa 1 Prozent auf rund 6 Prozent steigern. Graphit ist ein unverzichtbarer Rohstoff für die Herstellung von Batterieanoden in Elektrofahrzeugen und Energiespeichersystemen.
„Es gibt weltweit nicht viele Beispiele für im Bau befindliche Projekte für kritische Mineralien, die kurzfristig zur Lösung eines großen Lieferkettenproblems beitragen können", sagte CEO Eric Desaulniers gegenüber The Northern Miner. „Matawinie ist ein solches Projekt."
Produktion ab Ende 2028 geplant
Matawinie tritt nun in eine 30-monatige Erschließungsphase ein, die 24 Monate Bauzeit und sechs Monate Inbetriebnahme umfasst. Nouveau Monde rechnet damit, bis Ende 2028 die volle kommerzielle Produktion zu erreichen. Über eine geschätzte Minenlebensdauer von mehr als 25 Jahren soll das Projekt jährlich rund 106.000 Tonnen Graphitkonzentrat produzieren.
Die Absatzseite ist bereits weitgehend gesichert: Drei Viertel der Matawinie-Produktion sind durch bestehende Abnahmeverträge reserviert. Weitere 15 Prozent befinden sich derzeit in Verhandlungen mit dem Investor Eni. Am Mittwoch gab Nouveau Monde zudem die Unterzeichnung eines endgültigen siebenjährigen Abnahmevertrags mit der kanadischen Regierung bekannt.
Das Projekt wurde im November an das kanadische Bundesamt für Großprojekte (Major Projects Office) verwiesen, was die strategische Bedeutung auf nationaler Ebene unterstreicht. Matawinie soll 150 direkte Arbeitsplätze schaffen und in der Spitzenphase der Bauarbeiten bis zu 450 Arbeitskräfte mobilisieren – ein bedeutender wirtschaftlicher Impuls für die Region nördlich von Montreal.
