Norwegischer Fonds verkauft Aktien von Thyssenkrupp
Lieferungen an Israels Militär widersprechen ethischen Richtlinien des Investors Ask ChatGPT

Der norwegische Pensionsfonds KLP hat seine Beteiligung am deutschen Industriekonzern Thyssenkrupp vollständig abgestoßen. Hintergrund ist die Zusammenarbeit des Unternehmens mit der israelischen Marine, insbesondere die Lieferung von Kriegsschiffen und U-Booten. Auch Anteile am US-amerikanischen Fahrzeughersteller Oshkosh wurden veräußert. Beide Verkäufe begründet der Fonds mit den fortgesetzten Geschäftsbeziehungen der Firmen mit Israel – trotz des seit Oktober 2023 andauernden Gaza-Kriegs.
KLP erklärte, Unternehmen müssten vermeiden, Mitschuld an schwerwiegenden Verstößen gegen grundlegende Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht auf sich zu laden. In einer Stellungnahme verwies der Fonds auf eigene ethische Richtlinien. Diese sehen den Rückzug aus Investitionen vor, wenn Unternehmen Waffen an Staaten liefern, die sich in bewaffneten Konflikten befinden und bei denen ein Einsatz dieser Waffen gegen das Völkerrecht zu erwarten sei. Die Zusammenarbeit von Thyssenkrupp und Oshkosh mit der israelischen Armee bestehe bereits seit Jahren und sei auch nach dem Ausbruch der aktuellen Kämpfe fortgeführt worden.
Konkret geht es laut KLP bei Oshkosh um Lieferungen von Lkw, die von Israel zu gepanzerten Truppentransportern umgebaut werden. Die Anteile an dem US-Unternehmen im Wert von 19 Millionen norwegischen Kronen – umgerechnet etwa 1,6 Millionen Euro – wurden vollständig verkauft. Im Fall von Thyssenkrupp belief sich der veräußerte Anteil auf zehn Millionen Kronen, rund 850.000 Euro.
KLP ist Norwegens größter kommunaler Pensionsfonds und verwaltet die Renten von Bediensteten im öffentlichen Dienst. Er agiert unabhängig vom norwegischen Staatsfonds, der sich aus den Einnahmen des Öl- und Gasexports speist. Beide Fonds unterliegen strengen ethischen Vorgaben. Insbesondere der Staatsfonds steht unter zunehmendem öffentlichen Druck, Investitionen in Unternehmen zu überdenken, die mit Israels Militäreinsätzen im Gazastreifen oder der Siedlungspolitik im Westjordanland in Verbindung stehen.
Der norwegische Staatsfonds ist mit einem Vermögen von rund 1.600 Milliarden Euro der größte seiner Art weltweit. Er ist an fast 9.000 Unternehmen beteiligt, investiert allerdings ausschließlich im Ausland. Seine Investitionsentscheidungen orientieren sich unter anderem an ethischen Kriterien, zu denen Umweltaspekte und die Einhaltung von Menschenrechten zählen.
