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Northvolt-Krise bedroht deutsche Elektroauto-Pläne

Verzögerungen, Kostensteigerungen und politische Herausforderungen für die Batteriewende in Europa

2 Min
Northvolt-Krise bedroht deutsche Elektroauto-Pläne

Die Krise beim schwedischen Batteriehersteller Northvolt hat weitreichende Auswirkungen auf die deutsche Automobilindustrie. Hersteller wie Audi und Porsche stehen vor möglichen Verzögerungen bei der Einführung neuer Modelle. Insbesondere der für Ende 2025 geplante Elektrosportwagen 718 von Porsche könnte aufgrund der Schwierigkeiten bei Northvolt später auf den Markt kommen. Porsche äußerte sich nicht konkret zur Problematik, betonte jedoch die Bedeutung der Batteriezellen von Northvolt, die durch ihre hohe Energiedichte und geringe Baugröße essenziell für die Fahrzeugplanung seien. Es wird bereits darüber spekuliert, ob alternative Lieferanten ins Auge gefasst werden müssen.

Audi ist ebenfalls betroffen, da Northvolt als einer der drei Batteriezellenlieferanten für die neue PPE-Plattform vorgesehen ist, auf der auch das Modell A6 e-tron basiert. Während die bereits produzierten A6-e-tron-Modelle nicht von den Lieferschwierigkeiten betroffen sind, könnte es bei künftigen Modellen zu Engpässen kommen. Audi prüft derzeit die Zukunft der Zusammenarbeit mit Northvolt und sieht sich möglicherweise gezwungen, die Verträge mit den anderen Lieferanten, LG Chem und CATL, nachzuverhandeln, was zusätzliche Kosten verursachen könnte.

Northvolt, ein Vorreiter europäischer Batterietechnologie, kämpft nicht nur mit finanziellen Schwierigkeiten, sondern auch mit Qualitätsproblemen beim Hochfahren seiner Produktionsanlagen in Skelleftea, Schweden. Die Probleme führten bereits dazu, dass BMW einen Milliardenauftrag stornierte. Brancheninsider berichten, dass das Unternehmen unter anderem durch unrealistische Zeitpläne und mangelnde Erfahrung bei der Batteriezellenproduktion belastet sei. Ein anonymer Reddit-Beitrag eines angeblichen Mitarbeiters kritisierte zudem das Management und sprach von einer Kette strategischer Fehlentscheidungen.

Die Krise bei Northvolt wirft auch ein Licht auf die Herausforderungen der europäischen Batteriepolitik. Die EU hatte 2017 die Europäische Batterieallianz ins Leben gerufen, um die Abhängigkeit von asiatischen Herstellern zu verringern und eine eigene Infrastruktur für Batteriezellen aufzubauen. Trotz umfangreicher Förderungen, wie etwa einer Wandelanleihe über 600 Millionen Euro für eine geplante Fabrik in Schleswig-Holstein, bleibt das Ziel, bis 2030 zehn bis zwanzig Gigafabriken zu errichten, in weiter Ferne.

Auch die Investoren stehen unter Druck. Volkswagen, größter Anteilseigner von Northvolt, hält sich bei Rettungsmaßnahmen zurück, da der Konzern selbst sparen muss. Goldman Sachs, zweitgrößter Investor, plant, den Wert seiner Beteiligung abzuschreiben. Gleichzeitig laufen Gespräche mit neuen Investoren, darunter der chinesische Hersteller CATL, um Northvolt durch finanzielle und operative Unterstützung zu stabilisieren. Der Ausgang dieser Verhandlungen bleibt jedoch ungewiss.

NorthvoltAudiPorscheAutoindustrieBatterienElektrofahrzeuge

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