Nomura senkt Nifty-50-Ziel nach Ölschock durch Hormus-Krise
Die japanische Investmentbank reagiert auf steigende Ölpreise und warnt vor erheblichen Gewinneinbrüchen indischer Unternehmen.

Nomura hat sein Kursziel für den indischen Leitindex Nifty 50 drastisch nach unten korrigiert. Die japanische Investmentbank senkte das Dezember-2026-Ziel um 15 Prozent – von 29.300 auf 24.900 Punkte. Auslöser ist ein beispielloser Stopp der Schiffspassagen durch die strategisch wichtige Straße von Hormus.
Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer und ist eine der bedeutendsten Ölversorgungsrouten der Welt. Ein Ausfall dieser Route treibt die Rohölpreise massiv in die Höhe. Brent-Rohöl überschritt infolgedessen die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar je Barrel.
Für Indien als einen der weltgrößten Ölimporteure sind steigende Energiepreise besonders belastend. Das Land ist stark von Ölimporten abhängig, was bei hohen Preisen die Handelsbilanz belastet und die Unternehmensgewinne unter Druck setzt.
Gewinnschätzungen unter Druck
Nomura warnt in seinem Basisszenario vor einer Senkung der Konsensschätzungen für die Unternehmensgewinne im Geschäftsjahr 2027 um 7,5 Prozent. Im negativen Szenario sieht die Bank sogar ein Abwärtspotenzial von bis zu 15 Prozent bei den Unternehmensgewinnen. Damit würde ein erheblicher Teil der bisherigen Wachstumsfantasie für den indischen Aktienmarkt wegfallen.
Für deutsche Anleger, die in Indien-ETFs oder Schwellenländerfonds mit hohem Indien-Anteil investiert sind, ist die Entwicklung relevant. Der Nifty 50 gilt als wichtigster Gradmesser für die Stimmung am indischen Aktienmarkt und spiegelt die Entwicklung der 50 größten börsennotierten Unternehmen Indiens wider.
Die Revision von Nomura verdeutlicht, wie stark geopolitische Risiken im Nahen Osten globale Aktienmärkte beeinflussen können. Sollte sich die Lage an der Straße von Hormus entspannen, könnten die Gewinnschätzungen wieder nach oben angepasst werden.
