Nissan streicht Stellen im Europabüro
Umbauplan verändert Strukturen und schafft neue interne Rollen

Nissan plant den Abbau von 87 Stellen in seinem europäischen Regionalbüro im französischen Montigny-le-Bretonneux. Unternehmensdokumente und interne Mitteilungen zeigen, dass die Maßnahmen Teil eines globalen Restrukturierungsplans unter CEO Ivan Espinosa sind, der eine Reduzierung der weltweiten Belegschaft um rund 15 Prozent vorsieht. Der japanische Autobauer versucht, seine Organisation zu straffen und die Profitabilität zu stärken, nachdem das Unternehmen über längere Zeit Herausforderungen in wichtigen Märkten wie Europa verzeichnet hat.
Laut den Unterlagen sollen die meisten der abzubauenden Positionen in den Bereichen Marketing und Vertrieb liegen. Von den 87 Stellen waren zum Zeitpunkt der Einigung Mitte Oktober 64 besetzt. Gleichzeitig schafft Nissan 34 neue Rollen und öffnet zusätzliche interne Stellen, um Versetzungen zu erleichtern. Dadurch dürfte die endgültige Zahl der tatsächlichen Kündigungen geringer ausfallen. Das Regionalbüro, das für Europa, Afrika, den Nahen Osten, Indien und Ozeanien verantwortlich ist, beschäftigt etwa 570 Personen.
Das Unternehmen bestätigte, dass sich das europäische Management und Arbeitnehmervertreter auf strukturelle Veränderungen geeinigt haben. Nissan sprach von einer Notwendigkeit, die Organisation an die aktuelle Geschäftslage anzupassen und spezifische Herausforderungen anzugehen. Die geplanten Schritte umfassen die Vereinfachung von Aufgabenbereichen sowie die Reduzierung einzelner Managementebenen, um die Effizienz zu erhöhen.
Der Stellenabbau wurde in einer Vereinbarung vom 16. Oktober festgelegt und erfolgt stufenweise. Zunächst soll ein freiwilliges Trennungsprogramm anlaufen. Sollten nicht genügend Mitarbeitende dieses Angebot annehmen, könnten ab Anfang Februar auch betriebsbedingte Kündigungen folgen. Beschäftigte, die sich für interne Wechsel entscheiden, können mit einer Bonuszahlung von 5.000 Euro rechnen. Mitarbeitende, die extern eine neue Stelle suchen, erhalten Unterstützung durch eine Outplacement-Agentur und je nach Alter bis zu zwei Jahre Freistellung zur beruflichen Neuorientierung.
Bei einer Mitarbeiterversammlung betonte der regionale Vorsitzende Massimiliano Messina die Bedeutung schnellerer und agilerer Abläufe. Gleichzeitig unterstrich er, dass das Büro in Montigny-le-Bretonneux weiterhin eine zentrale Rolle für die regionale Organisation spielen werde. Nissan plant, in die Entwicklung der Mitarbeitenden zu investieren und die Präsenz des Standorts zu sichern.
Zuletzt meldete Nissan einen Rückgang der europäischen Einzelhandelsverkäufe um acht Prozent im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres. Die Jahresprognose für die Region wurde um drei Prozent auf 340.000 Fahrzeuge reduziert, wobei das Unternehmen auf Verbesserungen durch neue Modellanläufe und erweiterte Händlerprogramme setzt.
