Nissan reduziert Rogue-Produktion wegen Chipmangel
Engpass bei Nexperia-Chips zwingt den Autohersteller zu Anpassungen in Japan

Nissan Motor wird ab kommender Woche die Produktion des Rogue-SUVs in Japan vorübergehend drosseln. Grund dafür ist ein Engpass bei Halbleitern des niederländischen Chipunternehmens Nexperia. Nach Angaben einer mit der Angelegenheit vertrauten Person soll die Fertigung in der Woche ab dem 10. November im Werk Kyushu um rund 900 Fahrzeuge reduziert werden. Die Quelle betonte, dass die Informationen noch nicht öffentlich seien.
Der Autohersteller überprüft zudem seine Produktionspläne für die darauffolgende Woche, da die Lieferung von Bauteilen, die Nexperia-Chips enthalten, weiterhin beeinträchtigt ist. Der Rogue, der in Japan und Großbritannien unter dem Namen X-Trail verkauft wird, war im vergangenen Jahr Nissans meistverkauftes Modell in den Vereinigten Staaten mit knapp 246.000 Einheiten. Neben Kyushu produziert Nissan den SUV auch im Werk Smyrna im US-Bundesstaat Tennessee.
In einer Stellungnahme teilte das Unternehmen mit, dass es in der Woche ab dem 10. November „kleinere Produktionsanpassungen“ im Kyushu-Werk sowie im Oppama-Werk südlich von Tokio vornehmen werde. Dort wird das Kompaktmodell Note gefertigt. Die Situation sei weiterhin unbeständig, Nissan beobachte die Lage genau und wolle mögliche Auswirkungen auf Kundenauslieferungen so gering wie möglich halten. Sobald sich die Versorgung stabilisiere, werde man die Produktion zügig wieder hochfahren.
Die anhaltenden Engpässe stehen im Zusammenhang mit dem diplomatischen Konflikt um Nexperia. Nachdem die niederländische Regierung im September die Kontrolle über den Chipproduzenten übernommen hatte, untersagte China die Ausfuhr von Nexperia-Produkten. Die niederländische Entscheidung war mit Sicherheitsbedenken gegenüber dem chinesischen Mutterkonzern Wingtech begründet worden. Obwohl der Großteil der Chips in Europa hergestellt wird, erfolgt rund 70 Prozent der Verpackung in China, bevor sie weiterverteilt werden.
China hatte am Wochenende mögliche Ausnahmeregelungen für betroffene Exporte in Aussicht gestellt, zugleich aber die Niederlande aufgefordert, sich nicht in die internen Angelegenheiten Nexperias einzumischen. Eine zweite Produktionsstätte in Kyushu, betrieben von der Nissan-Tochter Nissan Shatai, ist derzeit nicht betroffen. Deren Sprecher erklärte, man verfolge die Lage aufmerksam.
Nissan hatte zuletzt darauf hingewiesen, dass Risiken in der Lieferkette – insbesondere im Zusammenhang mit Nexperia – die größten Herausforderungen in der zweiten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres darstellen dürften. Auch andere Hersteller wie Honda mussten bereits Werke in Nordamerika und Mexiko anpassen oder zeitweise stilllegen. Nexperia-Chips kommen in zahlreichen Fahrzeugkomponenten wie Bremsen, Fensterhebern, Beleuchtung und Infotainmentsystemen zum Einsatz.
