Nikkei auf Allzeithoch: Schwacher Yen treibt Tokioter Börse
Der japanische Aktienmarkt ist fulminant ins neue Jahr gestartet. Der Nikkei kletterte um 3 Prozent auf ein Rekordhoch, während der Yen auf historische Tiefstände fiel.

Die Tokioter Börse hat nach den Feiertagen einen beeindruckenden Start hingelegt. Der Nikkei-Index schoss um 3 Prozent nach oben und markierte ein neues Allzeithoch. Treibende Kraft hinter dem Kursfeuerwerk ist der schwächelnde Yen, der Exporteure begünstigt und Hoffnungen auf zusätzliche fiskalische Stimuli nährt.
Asiatische Märkte im Höhenflug
Die positive Stimmung erfasste die gesamte Region. Auch Südkorea und Taiwan erreichten Rekordstände, während Chinas Börsen auf ein Vierjahreshoch kletterten. Die Rally zeigt, dass Investoren auf eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik und staatliche Unterstützungsmaßnahmen setzen.
Yen fällt auf Rekordtiefs
Im krassen Gegensatz zur Börseneuphorie steht die Schwäche der japanischen Währung. Der Yen rutschte gegenüber Euro und Schweizer Franken auf historische Tiefstände. Auch zum US-Dollar gab die Währung nach und fiel auf 158,65. Tokioter Regierungsvertreter verstärkten erwartungsgemäß ihre verbalen Warnungen vor "einseitigen" Währungsbewegungen und signalisierten mögliche Interventionen im Bereich von 159,00 bis 160,00.
Die Intervention-Drohungen schrecken Spekulanten jedoch kaum ab. Im Gegenteil: Sie verlagern ihre Short-Positionen einfach auf andere Währungspaare wie Yen gegen Australischen Dollar, Mexikanischen Peso oder Brasilianischen Real.
US-Berichtssaison beginnt mit Bankentiteln
An der Wall Street startet heute die Berichtssaison mit JPMorgan Chase und der Bank of New York Mellon. Die Erwartungen sind hoch, was das Enttäuschungsrisiko erhöht, sollten die Ausblicke der Bankmanager nicht optimistisch ausfallen.
Eine zusätzliche Unsicherheit brachte Donald Trump mit seiner überraschenden Ankündigung, die Kreditkartenzinsen ab dem 20. Januar bei 10 Prozent zu deckeln. Die Bankenbranche warnte umgehend, dass Millionen amerikanischer Haushalte und Kleinunternehmen dadurch den Zugang zu Krediten verlieren könnten. Ironischerweise würde eine solche Kreditklemme faktisch einer geldpolitischen Straffung gleichkommen – während Trump gleichzeitig auf weitere Zinssenkungen der Fed drängt.
Inflationsdaten im Fokus
Der heute anstehende US-Verbraucherpreisbericht könnte für Bewegung sorgen. Analysten warnen vor Aufwärtsrisiken, nachdem die November-Daten durch Erfassungslücken nach unten verzerrt waren. Die Konsensschätzung liegt bei 2,7 Prozent für die Kerninflation im Dezember, doch JPMorgan und Goldman Sachs erwarten 2,8 Prozent.
Der Markt hat eine Fed-Zinssenkung im Januar bereits abgeschrieben. Selbst für April liegt die Wahrscheinlichkeit unter 50 Prozent. Ein überraschend hoher Inflationswert könnte die Chancen für eine Zinssenkung im Juni weiter schmälern.
Gerichtliche Entscheidungen erwartet
Nebenbei steht am Mittwoch eine weitere Gelegenheit für den Obersten Gerichtshof an, über Trumps Notstandszölle zu entscheiden. Beobachter erwarten jedoch, dass wichtige Urteile erst im April oder Juni fallen werden. Am kommenden Mittwoch werden zudem die mündlichen Argumente zu Trumps Versuch angehört, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen.
