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Nike: CFO-Wechsel erhöht Druck auf angeschlagenen Sportartikelriesen

Evercore stuft Nike herab und warnt: Der überraschende Finanzvorstandswechsel erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Gewinnkorrektur vor dem Investorentag.

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Nike: CFO-Wechsel erhöht Druck auf angeschlagenen Sportartikelriesen

Der Sportartikelkonzern Nike steht vor neuen Herausforderungen. Der überraschende Wechsel auf dem Posten des Finanzvorstands (CFO) verstärkt laut dem Analysehaus Evercore ISI die Sorgen um die laufenden Sanierungsbemühungen des Unternehmens. Gleichzeitig stufte Evercore die Nike-Aktie von „Outperform" auf „In line" herab.

Nike gab am Mittwoch bekannt, dass David Denton, ehemaliger Finanzchef des Pharmariesen Pfizer, zum neuen Executive Vice President und Chief Financial Officer ernannt wird. Denton tritt sein Amt am 17. August an und übernimmt die Rolle von Matt Friend, der dem Unternehmen noch bis zum 4. September zur Verfügung steht.

Evercore sieht wachsende Risiken für den Ausblick

Obwohl Evercore Denton als äußerst erfahrenen Finanzexperten bezeichnete, wirft der Zeitpunkt des Wechsels laut dem Analysehaus neue Fragen zum Ausblick von Nike auf. Das Unternehmen kämpft derzeit mit rückläufigen Umsätzen, Störungen in den Vertriebskanälen und Produktherausforderungen. Evercore verwies bei der Herabstufung auf verschlechterte Channel-Checks, eine schwache Dynamik in den Lifestyle- und Family-Retail-Kanälen sowie enttäuschende Jordan-Retro-Einführungen.

Hinzu kommen Lieferkettenprobleme in Europa, die die Auslieferung von Produkten im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft beeinträchtigen. Diese Kombination aus operativen Schwierigkeiten und dem Führungswechsel im Finanzbereich erhöht den Druck auf das Management erheblich. Anleger beobachten die Entwicklung bei Nike bereits seit Monaten mit wachsender Skepsis.

Besonders im Fokus steht die bisherige Prognose von Nike, wonach der Umsatz im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2027 um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz sinken wird. Evercore warnte, dass bereits eine geringfügige Abweichung von diesem Ausblick die Aktie unter erheblichen Druck setzen könnte. Die Erwartungen der Anleger sind damit eng gesteckt.

Analystentag im November als kritischer Prüfstein

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist der für voraussichtlich November geplante Analystentag, den Vorstandschef Elliott Hill angekündigt hat. Evercore stellt infrage, ob der CFO-Wechsel die Vorbereitungen für diese wichtige Veranstaltung erschweren könnte. Für einen Finanzvorstand, der erst Mitte August antritt, dürfte es schwierig sein, sich tief genug in das Geschäft einzuarbeiten, um bereits wenige Monate später einen mehrjährigen Strategieplan zu präsentieren.

Infolgedessen sei die Wahrscheinlichkeit einer deutlichen Gewinnkorrektur vor der Investorenveranstaltung gestiegen, so die Analysten von Evercore. Das Management könnte gezwungen sein, die Erwartungen vorab zu senken, anstatt zu riskieren, die Anleger am Analystentag selbst zu enttäuschen. Ein solcher Schritt würde kurzfristig weiteren Druck auf die Aktie ausüben.

Bewertung nahe 15-Jahres-Tief

Evercore betonte, dass sich die Herausforderungen für Nike eher zu verschärfen als zu stabilisieren scheinen. Dies mache es zunehmend schwieriger, den historischen Bewertungsaufschlag der Aktie zu rechtfertigen. Bemerkenswert ist dabei, dass Nike auf Basis des Verhältnisses von Unternehmenswert zu Umsatz (Enterprise Value to Sales) bereits nahe einem 15-Jahres-Tief gehandelt wird.

Die Nike-Aktie beendete den Handel am Dienstag mit einem Minus von 1,9 Prozent bei 42,38 US-Dollar. Im nachbörslichen Handel legte das Papier nach der Bekanntgabe des neuen Finanzvorstands leicht um 0,8 Prozent auf 42,73 US-Dollar zu. Für Anleger bleibt die Lage bei Nike damit vorerst angespannt.

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