Neuwagenmarkt in Deutschland weiter unter Druck
Tesla mit starken Einbrüchen – Elektroautos legen dennoch deutlich zu

Der Abwärtstrend auf dem deutschen Neuwagenmarkt setzte sich im März fort. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt mitteilte, wurden rund 253.500 neue Personenkraftwagen zugelassen, was einem Rückgang von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Im gesamten ersten Quartal des Jahres 2025 lag die Zahl der Neuzulassungen bei knapp 665.000 Fahrzeugen. Das bedeutet ein Minus von 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Die Unternehmensberatung EY betonte, dass der Neuwagenmarkt weiterhin stark unter Druck stehe. Die konjunkturelle Lage sei nach wie vor schwach, begleitet von einer insgesamt schlechten Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Unternehmen reagierten darauf mit Sparmaßnahmen und Stellenabbau. Zusätzliche Unsicherheit bringe die aktuelle Zollpolitik der Vereinigten Staaten mit sich, die erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben könnte, so EY-Autoexperte Constantin Gall.
Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Tesla aus. Der US-amerikanische Elektroautohersteller verzeichnete im März einen Rückgang der Neuzulassungen um 42,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im ersten Quartal 2025 lag das Minus bei 62 Prozent. Insgesamt wurden im März nur noch 2.229 Tesla-Fahrzeuge neu zugelassen.
In anderen europäischen Märkten entwickelten sich die Verkaufszahlen für Tesla noch ungünstiger. In den Niederlanden gingen die Neuzulassungen im März um 61 Prozent zurück, in Schweden um 64 Prozent. In Dänemark und der Schweiz fiel das Minus jeweils mit 66 Prozent ähnlich hoch aus. In Belgien wurden sogar 69 Prozent weniger Neuwagen von Tesla registriert, verglichen mit dem Vorjahresmonat.
Während der Gesamtmarkt rückläufig war, stieg der Absatz von Elektroautos in Deutschland im März deutlich an. Insgesamt wurden 42.521 rein batteriebetriebene Fahrzeuge neu zugelassen, was einem Anstieg von 35,5 Prozent gegenüber dem März 2024 entspricht. Der Anteil dieser Fahrzeuge an allen Neuzulassungen betrug 16,8 Prozent. Laut EY ist dieses Wachstum vor allem auf das niedrige Vergleichsniveau nach dem abrupten Ende der staatlichen Förderungen im Dezember 2023 zurückzuführen. Trotz der Zuwächse sei jedoch kein nachhaltiger Boom bei Elektrofahrzeugen erkennbar.
Tesla selbst meldete für das erste Quartal 2025 einen weltweiten Absatzrückgang von 13 Prozent. Neben einem Modellwechsel beim beliebten Model Y wird auch das politische Engagement von Unternehmenschef Elon Musk als möglicher Grund für die rückläufige Nachfrage genannt.
