ANZEIGE

Neuer Wettersatellit Metop-SGA1 startet erfolgreich

Präzisere Prognosen dank hochauflösender Instrumente und polarer Umlaufbahn

2 Min
Neuer Wettersatellit Metop-SGA1 startet erfolgreich

Ein neuer europäischer Wettersatellit ist erfolgreich ins All gestartet und soll in den kommenden Jahren für deutlich präzisere Prognosen sorgen. Der Metop-SGA1 hob in der Nacht an Bord einer Ariane-6-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana ab. Nach Angaben der europäischen Raumfahrtagentur ESA hat der vier Tonnen schwere Satellit mittlerweile in 830 Kilometern Höhe seine Sonnensegel entfaltet. Start und Platzierung im Orbit seien ohne Probleme verlaufen.

Bei Metop-SGA1 handelt es sich um den ersten Vertreter einer neuen Generation von Wettersatelliten. Insgesamt sechs Instrumente befinden sich an Bord. Eines davon, das METImage, wurde bei Airbus Defence and Space in Friedrichshafen am Bodensee entwickelt. Es soll besonders hochauflösende Daten zur Beobachtung von Wolken, Wasserdampf und Eisdecken liefern. Ein weiteres zentrales Messgerät, Sentinel-5, stammt aus dem Airbus-Werk in Ottobrunn bei München und dient der detaillierten Analyse der Zusammensetzung der Atmosphäre. Der Betreiber Eumetsat betont, dass der neue Satellit nicht nur mehr Daten als seine Vorgänger erfassen könne, sondern dies auch häufiger.

Von der neuen Technik erhoffen sich die Fachleute deutlich genauere kurzfristige Wettervorhersagen. Durch die verbesserte Auflösung sollen unter anderem Gewitterwolken schneller und präziser erkannt werden. Laut ESA soll der Satellit die Vorhersagen für wenige Stunden ebenso wie für Zeiträume von bis zu zwölf Tagen verbessern. Eumetsat-Generaldirektor Phil Evans verwies auf die hohe Bedeutung solcher Fortschritte. Extreme Wetterereignisse hätten Europa in den vergangenen Jahrzehnten Zehntausende Menschenleben und enorme wirtschaftliche Schäden gekostet. Mit Metop-SGA1 erhielten die Wetterdienste verbesserte Instrumente, um Leben zu retten, Eigentum zu schützen und die Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen der Klimakrise zu stärken.

Die erste Generation von Metop-Satelliten hatte bereits dazu beigetragen, die Fehlerquote in den Vorhersagen zu senken. Bevor Metop-SGA1 jedoch eigene Daten an die Bodenstationen liefert, wird es noch etwa ein Jahr dauern. In dieser Zeit sollen die Instrumente aufeinander abgestimmt und der Satellit exakt ausgerichtet werden. Für den operativen Einsatz ist eine Lebensdauer von rund siebeneinhalb Jahren vorgesehen.

Im Unterschied zu den geostationären MTG-Satelliten, die in rund 36.000 Kilometern Höhe über dem Äquator kreisen und von dort stets denselben Erdabschnitt im Blick behalten, fliegt Metop-SGA1 auf einer polaren Umlaufbahn. Dadurch bewegt er sich näher an der Erde und kann auch die schwer zugänglichen Polregionen erfassen. Während die MTG-Reihe nur bestimmte Teile des Planeten überwacht, erfasst Metop-SGA1 auf seinem Umlauf die gesamte Erde und erweitert damit die Möglichkeiten der Wetterbeobachtung erheblich.

RaumfahrtSatellitensysteme Europäische Union

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer