Netflix-Übernahme von Warner Bros: Senat äußert Kartellbedenken bei Anhörung
Ted Sarandos verteidigt 72-Milliarden-Dollar-Deal – Senatoren befürchten höhere Preise und Jobverluste

<a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3ANFLX">Netflix-Co-Chef Ted Sarandos hat am Dienstag vor dem US-Justizausschuss die geplante 72-Milliarden-Dollar-Übernahme von Warner Bros. und HBO Max verteidigt. Bei der teils kontroversen Anhörung stieß der Deal auf parteiübergreifende Kritik von Republikanern und Demokraten.
Die Senatoren äußerten erhebliche Bedenken hinsichtlich der Marktmacht eines fusionierten Netflix-Warner-Konzerns. Im Zentrum der Kritik stehen mögliche Preissteigerungen für Verbraucher, eine Verringerung des Content-Angebots sowie befürchtete Stellenstreichungen in der Unterhaltungsbranche.
"Wir sind bei Weitem nicht marktbeherrschend, geschweige denn ein Monopol", entgegnete Sarandos auf die Vorwürfe von Senator Ted Cruz aus Texas. Der Netflix-Manager versuchte, die Bedenken zu zerstreuen und betonte die weiterhin bestehende Wettbewerbssituation im Streaming-Markt.
Justizministerium prüft intensiv
Das US-Justizministerium untersucht die Transaktion derzeit eingehend und hat von beiden Unternehmen zusätzliche Informationen angefordert. Die Behörde prüft, ob der Zusammenschluss gegen Kartellrecht verstößt und den Wettbewerb im Streaming-Sektor erheblich einschränken würde.
Parallel zu den Netflix-Plänen hat der Medienkonzern Paramount ein feindliches Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery im Wert von 77,9 Milliarden Dollar vorgelegt. Auch dieser Deal steht unter der Lupe des Justizministeriums.
Konsolidierung im Streaming-Markt
Die geplanten Fusionen markieren eine neue Phase der Konsolidierung in der Streaming-Branche. Nach Jahren intensiven Wettbewerbs mit steigenden Content-Kosten suchen die großen Player nach Größenvorteilen und umfangreicheren Programmbibliotheken.
Für deutsche Streaming-Nutzer könnte die Übernahme mittelfristig Auswirkungen haben. Warner Bros. Discovery betreibt hierzulande bereits die Plattform WOW (ehemals Sky Ticket) und verfügt über umfangreiche Film- und Serienrechte, die bei einer Fusion in das Netflix-Angebot integriert werden könnten.
Die endgültige Entscheidung über die Genehmigung des Deals liegt beim Justizministerium. Branchenbeobachter rechnen mit einem monatelangen Prüfverfahren, bevor eine finale Entscheidung fällt.
