GameStop-Chef plant Mega-Deal: Vom Meme-Stock zum 100-Milliarden-Konzern
Ryan Cohen will durch eine große Übernahme GameStop radikal transformieren und seinen Marktwert verzehnfachen.

GameStop-CEO Ryan Cohen verfolgt einen ambitionierten Plan: Er will den angeschlagenen Videospiel-Einzelhändler durch eine Großakquisition in einen Konzern mit über 100 Milliarden Dollar Marktwert verwandeln. Aktuell liegt die Bewertung bei nur 11 Milliarden Dollar. Die GameStop-Aktie ist seit dem Meme-Stock-Hype von 2021 um rund 80 Prozent eingebrochen.
In einem Interview mit dem Wall Street Journal kündigte der 40-jährige Milliardär an, zeitnah potenzielle Übernahmeziele anzusprechen. Im Fokus stehen börsennotierte Unternehmen aus dem Konsumgüter- oder Einzelhandelssektor. Cohen selbst räumt ein: "Letztendlich wird es entweder genial oder völlig, völlig töricht sein."
Der Kanadier hat bereits mehrere Kandidaten identifiziert, wollte aber keine Namen nennen. Jede Transaktion werde "groß" ausfallen, betonte Cohen. Mit diesem Schritt will er GameStop fundamental neu ausrichten – weg vom reinen Videospiel- und Sammlerstücke-Handel hin zu einem diversifizierten Konzern.
Erfolgreiche Vergangenheit als Unternehmer
Cohen kann auf beachtliche Erfolge verweisen: 2011 gründete er den Online-Händler für Heimtierprodukte Chewy mit. Als CEO führte er das Unternehmen bis 2018 zu einem spektakulären Exit – PetSmart übernahm Chewy für über 3 Milliarden Dollar. Diese Erfahrung soll ihm nun bei der Transformation von GameStop helfen.
Nach seinem Ausstieg bei Chewy wandte sich Cohen dem aktivistischen Investieren zu. Er drängte auf Veränderungen bei Unternehmen wie Nordstrom und Bed Bath & Beyond. Bei Letzterem sah er sich Vorwürfen ausgesetzt, Investoren in die Irre geführt zu haben – Anschuldigungen, die er zurückwies.
Unterstützung von "Big Short"-Investor
Bei seinem ambitionierten Vorhaben erhält Cohen Rückendeckung von prominenter Seite: Michael Burry, der durch seine erfolgreiche Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008 bekannt wurde und im Film "The Big Short" porträtiert wurde, unterstützt Cohens Pläne.
Für Cohen persönlich steht viel auf dem Spiel: Seine Vergütung als CEO könnte sich auf bis zu 35 Milliarden Dollar belaufen – allerdings nur, wenn die Transformation gelingt. Der Erfolg oder Misserfolg der geplanten Großakquisition wird über die Zukunft von GameStop und Cohens Vermächtnis als Unternehmenslenker entscheiden.
Anleger beobachten die Entwicklung mit Spannung. Nach Jahren der Verluste und gescheiterten Turnaround-Versuchen könnte die angekündigte Übernahme GameStop tatsächlich neu erfinden – oder das Unternehmen endgültig in die Bedeutungslosigkeit führen.
