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Neobanken erobern den Mobilfunkmarkt

Zusätzliche Services wie eSIM-Tarife sollen Kunden binden und Umsätze steigern

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Neobanken erobern den Mobilfunkmarkt

Immer mehr Neobanken drängen in den Telekommunikationsmarkt und erweitern ihr Angebot um Mobilfunktarife. Diese Entwicklung zeigt sich bei Anbietern wie der brasilianischen Nubank und der britischen Revolut, während die Berliner Neobank N26 ebenfalls entsprechende Pläne verfolgt. Diese neuen Dienste zielen darauf ab, zusätzliche Einnahmen zu generieren und die Kundenbindung zu stärken. Max Flötotto von McKinsey betont, dass viele Neobanken ihre ursprünglich schlanken Angebote nun ausbauen, um bestehende Kunden stärker zu monetarisieren.

Die Neobanken setzen dabei auf eSIM-Technologie, die eine digitale Aktivierung ermöglicht, ohne dass physische SIM-Karten benötigt werden. Kunden können damit regionale oder globale Tarife nutzen, abhängig von ihrem Bedarf und dem jeweiligen Kontomodell. So bietet Revolut monatliches Datenvolumen ab einem Euro pro Gigabyte an, mit unterschiedlichen Preisen je nach Land und Volumen. Nubank ermöglicht es Premium-Kunden, auf Reisen bis zu zehn Gigabyte Datenvolumen zu nutzen. Diese Angebote stellen eine Ergänzung zu bestehenden Mobilfunktarifen dar und richten sich vor allem an Premium-Nutzer.

Um die technischen Voraussetzungen für ihre Mobilfunkdienste zu schaffen, kooperieren die Fintechs mit spezialisierten Dienstleistern und Netzbetreibern. Revolut arbeitet beispielsweise mit dem Londoner Unternehmen 1Global zusammen, während Nubank auf die Dienste des US-Unternehmens Gigs setzt. Diese Zusammenarbeit erfordert eine komplexe Wertschöpfungskette, bei der sowohl Netzbetreiber als auch Dienstleister und Neobanken an den Tarifen verdienen.

Laut Flötotto stehen jedoch nicht die direkten Erträge aus diesen Mobilfunkdiensten im Vordergrund. Vielmehr handelt es sich um einen Zusatzservice, der darauf abzielt, kostenlose Nutzer zu zahlenden Kunden zu machen. Auch Volker Brühl vom Center for Financial Studies sieht in diesen Angeboten Potenzial, sowohl neue Kunden zu gewinnen als auch die Bindung von Bestandskunden zu stärken. Eine eSIM-Karte könne dabei als attraktives Werkzeug dienen.

Die Resonanz der Nutzer ist vielversprechend. Laut Angaben von Revolut haben in den ersten drei Monaten nach Einführung europaweit über 200.000 Kunden das Mobilfunkangebot genutzt. Auch für Dienstleister wie Gigs erweist sich der Trend als gewinnbringend, da immer mehr Neobanken und Netzbetreiber an Kooperationen interessiert sind.

N26 plant, im kommenden Jahr ebenfalls in den Mobilfunkmarkt einzusteigen. Firmenchef Valentin Stalf betonte die hohen Margen und das Potenzial, sich mit einem vertrauenswürdigen Service von Wettbewerbern abzuheben, die oft schlechten Kundenservice bieten. Konkrete Details will das Unternehmen im ersten Quartal des kommenden Jahres bekannt geben.

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