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Nasdaq und S&P 500 zeitweise auf Rekordhochs

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Nasdaq und S&P 500 zeitweise auf Rekordhochs

Die US-Börsen zeigten sich am Donnerstag unentschlossen, nachdem die technologielastige Nasdaq 100 und der breiter gefasste S&P 500 neue Rekordhochs erreicht hatten, aber letztlich beide nahezu unverändert schlossen. Der Nasdaq 100 verzeichnete ein Minus von 0,07 Prozent, während der S&P 500 um 0,02 Prozent fiel. Der Dow Jones hingegen legte um 0,2 Prozent zu. Ein zentrales Thema unter den Anlegern bleiben die Spekulationen über mögliche Zinssenkungen der US-Notenbank Fed. Die anstehenden US-Beschäftigtenzahlen könnten dabei als Indikator für die zukünftige Zinspolitik dienen.

Ein wesentlicher Treiber der aktuellen Marktentwicklungen ist der Chiphersteller Nvidia, dessen Börsenwert jüngst die Marke von drei Billionen Dollar überschritten hatte. Allerdings fiel der Kurs im heutigen Handel wieder unter diese Marke zurück. Innerhalb eines Jahres stieg der Aktienkurs des Unternehmens um mehr als 200 Prozent, was einige Beobachter an die Spekulationen während der Dotcom-Blase Anfang der 2000er-Jahre erinnert. Laut Neil Wilson von Finalto repräsentieren Microsoft, Apple und Nvidia nunmehr 20 Prozent der Marktkapitalisierung aller im S&P 500 gelisteten Unternehmen.

In Europa wurde die erste Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) seit Jahren verkündet. Der Leitzins wurde um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 Prozent gesenkt. Trotz dieser Entscheidung reagierten die Anleger am deutschen Aktienmarkt verhalten. Der DAX konnte seine frühen Gewinne nicht halten und schloss 0,41 Prozent höher bei 18.653 Punkten. Ökonomen wie Ulrich Kater von der DekaBank warnten vor verfrühten Hoffnungen auf weitere Zinssenkungen in naher Zukunft, da das Inflationsziel der EZB noch nicht erreicht sei.

Die deutsche Industrie bleibt weiterhin ein Sorgenkind, wie die jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Im April verzeichnete sie das vierte Auftragsminus in Folge, wobei das Neugeschäft um 0,2 Prozent schrumpfte. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die Konjunktur Schwierigkeiten hat, wieder an Fahrt zu gewinnen.

Am Rohstoffmarkt zogen die Ölpreise nach einem vorherigen Preisrutsch wieder an. Die Sorte Brent verteuerte sich um 1,64 Prozent auf 79,87 Dollar je Barrel. Analysten wie Amarpreet Singh von Barclays erklärten den vorherigen Preisverfall als Überreaktion.

Im Immobiliensektor reagierten die Kurse deutscher Unternehmen negativ auf die Zinssenkung der EZB. Aktien von Vonovia fielen um 1,9 Prozent, und auch andere Immobilienwerte verzeichneten deutliche Verluste. SAP hingegen profitierte von Spekulationen rund um Künstliche Intelligenz und konnte ein Kursplus von über drei Prozent verzeichnen.

Auf Unternehmensebene gab es zahlreiche Aktivitäten. Nemetschek, ein Münchner Software-Spezialist, kündigte den Kauf des US-Unternehmens GoCanvas für mehr als 700 Millionen Euro an. Der Reisekonzern TUI, der Großküchen-Ausrüster Rational und der Lkw-Hersteller Traton werden in den MDAX aufgenommen, während SMA Solar, Morphosys und Sixt in den SDAX absteigen. Google brachte seine KI-gestützte Notiz-App "NotebookLM" nach Deutschland, während Rheinmetall und Lockheed Martin ihre Zusammenarbeit im Bereich Rüstungstechnologie vertieften. Der Online-Broker Robinhood übernimmt die Kryptobörse Bitstamp, und CTS Eventim kauft das Ticketgeschäft von Vivendi außerhalb Frankreichs.

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