Nasdaq-Crash: Tech-Aktien brechen nach KI-Sorgen massiv ein
Zweitages-Verlust schlimmster seit April – AMD stürzt 17 Prozent ab

Die US-Technologiebörse Nasdaq hat am Mittwoch den zweiten Tag in Folge deutlich nachgegeben und verzeichnete damit den schlimmsten Zweitages-Rückgang seit den Turbulenzen im April. Beide Handelstage brachten Verluste von jeweils über einem Prozent. Was zunächst als isolierter Ausverkauf bei Software-Aktien begann, weitete sich zu einem branchenübergreifenden Tech-Crash aus.
Der Auslöser der Nervosität war die Präsentation neuer KI-Tools des Startups Anthropic. Die vorgestellten Anwendungen können branchenspezifische Aufgaben wie die Überprüfung von Rechtsverträgen übernehmen. Diese Entwicklung schürte bei Investoren die Befürchtung, dass die disruptiven Auswirkungen künstlicher Intelligenz weitreichender sein könnten als bisher angenommen.
Halbleiter-Sektor unter Druck
Besonders hart traf es den Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD). Nach enttäuschenden Quartalszahlen brach die Aktie um 17 Prozent ein – der schlechteste Handelstag seit 2017. Auch andere KI-Infrastruktur-Unternehmen gerieten massiv unter Druck: Palantir verlor 12 Prozent, das Datenspeicherunternehmen SanDisk musste einen Kursverlust von 16 Prozent hinnehmen.
Marktbeobachter erklärten, die Verkäufe seien zwar geordnet verlaufen, doch die hohen Bewertungen machten viele Tech-Aktien anfällig für überproportionale Schwankungen. "Angesichts der aktuellen Bewertungen werden die Marktreaktionen ziemlich hart ausfallen", warnte Jack Ablin, Chief Investment Strategist bei Cresset Capital. "Die Erwartungen sind im Moment sehr, sehr hoch."
Zweifel am KI-Boom wachsen
Die jüngsten Kursverluste offenbaren wachsende Zweifel der Anleger am Geschäftsmodell vieler KI-Unternehmen. Während die Investitionen in KI-Infrastruktur explodieren, fragen sich Investoren zunehmend, ob die Unternehmen im technologischen Wettrüsten tatsächlich die erhofften Gewinne erzielen können. Die monatelange Rallye hatte die wichtigsten US-Indizes zu wiederholten Rekordständen getrieben und viele Technologiewerte auf schwindelerregende Bewertungsniveaus gehoben.
Experten sehen in der aktuellen Korrektur eine überfällige Marktbereinigung nach der euphorischen KI-Rallye der vergangenen Monate.
