NASA reduziert Starliner-Missionen
Technische Probleme zwingen Boeing zu unbemannter ISS-Mission und geringerem Vertragsumfang

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat die Zahl der geplanten Astronautenflüge mit der Starliner-Raumkapsel von Boeing deutlich reduziert. Nach einer Reihe technischer Probleme soll der nächste Start des Systems zur Internationalen Raumstation im April 2026 ausschließlich Fracht transportieren. Damit entfällt der ursprünglich vorgesehene Einsatz einer Besatzung, was zu einer Anpassung des bestehenden Vertrags führt. Der finanzielle Rahmen verringert sich nach der Entscheidung um 768 Millionen Dollar und beträgt nun 3,732 Milliarden Dollar.
Hintergrund der Kürzungen ist die erste bemannte Testmission des Starliner im Jahr 2024, bei der wiederholt Ausfälle im Antriebssystem aufgetreten waren. Während des Anflugs auf die Raumstation fiel eine Reihe von Triebwerken aus. Zwei Astronauten mussten wegen dieser Probleme deutlich länger als vorgesehen an Bord der ISS bleiben und konnten erst nach neun Monaten zur Erde zurückkehren. Die Mission hatte für Aufmerksamkeit gesorgt, weil die Funktionsfähigkeit zentraler Systeme infrage stand.
Boeing erklärte, dass das Unternehmen an dem Programm festhalte und umfangreiche Tests des Antriebssystems durchführe. Ziel sei es, im kommenden Jahr zwei mögliche Flüge vorzubereiten, für die derzeit technische Überprüfungen laufen. Der Konzern verwies darauf, seit 2016 mehr als zwei Milliarden Dollar in das Festpreisprogramm investiert zu haben, das im Auftrag der NASA entstand. Die US-Raumfahrtbehörde hatte sowohl Boeing als auch SpaceX im Jahr 2014 beauftragt, kommerzielle Raumkapseln für den Transport amerikanischer Astronauten zu entwickeln.
Während SpaceX mit der Dragon-Kapsel seit 2020 regelmäßig Personen zur ISS befördert und einen stabilen Flugbetrieb etabliert hat, kämpft Boeing seit Jahren mit Rückschlägen. Verzögerungen und technische Schwierigkeiten führten mehrfach zu Anpassungen im Zeitplan und zu erneuten Überprüfungen durch die NASA. Die aktuelle Entscheidung markiert einen weiteren Einschnitt im ursprünglich geplanten Umfang der Starliner-Missionen.
Der nun angekündigte unbemannte Flug gilt als Zwischenschritt, um das überarbeitete Antriebssystem unter realen Bedingungen zu testen. Erst nach Abschluss dieser Mission könnte wieder der Transport von Astronauten in Betracht gezogen werden. Für die NASA bleibt neben Boeing weiterhin SpaceX als etabliertes System verfügbar, das seit mehreren Jahren zuverlässig eingesetzt wird.
