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Nach 31-Jahres-Hoch: Brokerhäuser erwarten nächste BOJ-Zinserhöhung im Dezember

Die Bank of Japan hat im September auf ein 31-Jahres-Hoch angehoben; der Leitzins liegt bei 1,25 Prozent, die nächste Sitzung am 30. Oktober.

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Nach 31-Jahres-Hoch: Brokerhäuser erwarten nächste BOJ-Zinserhöhung im Dezember

Die Bank of Japan (BOJ) hat ihre Zinsen im September auf ein 31-Jahres-Hoch angehoben und gleichzeitig signalisiert, dass weitere Straffungen folgen könnten. Die Notenbank konzentriert sich nach eigenen Angaben darauf, zu verhindern, dass die Inflation ihr Ziel übersteigt. Der Leitzins liegt derzeit bei 1,25 Prozent, die nächste geldpolitische Entscheidung steht am 30. Oktober an.

Mehrere große Brokerhäuser rechnen damit, dass der nächste Zinsschritt im Dezember erfolgt. Einig sind sich die Analysten zudem darüber, dass die BOJ ihren Straffungskurs bis weit ins Jahr 2027 fortsetzen dürfte. Alle in den Prognosen genannten Zinserhöhungen betragen jeweils 25 Basispunkte (bps), also 0,25 Prozentpunkte.

Prognosen der großen Brokerhäuser im Überblick

Die Bandbreite der Erwartungen ist beträchtlich: Sie reicht von zwei bis vier weiteren Zinserhöhungen, mit Endpunkten teils im ersten Halbjahr 2027, teils erst gegen Ende des kommenden Jahres.

  • J. P. Morgan: vier Zinserhöhungen – im Dezember 2026, im April und im Juli
  • BofA: drei Zinserhöhungen – im Dezember 2026 und im März
  • Goldman: zwei Zinserhöhungen – im Januar und im Juli 2027
  • Morgan: zwei Zinserhöhungen im Dezember 2026
  • Citigroup: drei Zinserhöhungen – im Dezember 2026 und im März
  • Nomura: zwei Zinserhöhungen – im Dezember 2026 und im März 2027
  • Standard: zwei Zinserhöhungen im ersten Quartal 2027
  • Deutsche: zwei Zinserhöhungen – im Januar und im April 2027
  • UBS Global: zwei Zinserhöhungen – im Januar und im Juni 2027
  • Macquarie: zwei Zinserhöhungen – im Dezember 2026 und im zweiten Quartal 2027
  • TD Securities: vier Zinserhöhungen, etwa einmal pro Quartal – im Dezember 2026 sowie im April, Juli und Oktober 2027

Auffällig ist, dass einige Institute in der Aufstellung mehr Zinserhöhungen nennen als konkrete Termine. Das deutet darauf hin, dass ein Teil der Schritte zeitlich noch nicht exakt datiert ist und vom weiteren Verlauf der Teuerung abhängt.

Entscheidung am 30. Oktober als nächster Prüfstein

Mit der Sitzung am 30. Oktober steht der nächste wichtige Termin im Kalender der japanischen Notenbank. Handelt die BOJ bereits dann, wäre das gemessen an der Mehrheit der Brokerhäuser eine Überraschung – die Prognosen sehen den nächsten Schritt mehrheitlich erst im Dezember. Bleibt die Notenbank dagegen untätig, dürfte der Markt seine Aufmerksamkeit umso stärker auf die Dezember-Sitzung richten.

Interessant ist der Vergleich mit den Einschätzungen für das Jahr 2027: Während Goldman, Nomura, Standard, Deutsche Bank, UBS Global und Macquarie den Straffungszyklus überwiegend im ersten Halbjahr 2027 auslaufen lassen, rechnet TD Securities mit Zinserhöhungen bis in den Oktober 2027 hinein. J. P. Morgan erwartet die meisten Schritte im Vergleich der Häuser, ohne dass die Aufstellung alle Termine vollständig ausweist.

Für deutsche Privatanleger ist die japanische Geldpolitik vor allem über den Yen relevant. Der Kurs des Yen zum Euro beeinflusst die Wettbewerbsfähigkeit japanischer Exporteure und spielt eine zentrale Rolle im sogenannten Carry Trade, bei dem Anleger schwächer verzinste Währungen wie den Yen zur Finanzierung höher verzinster Positionen nutzen. Höhere japanische Zinsen verändern diese Kalkulation und können damit auch die Kurse an den globalen Kapitalmärkten bewegen.

Entscheidend bleibt die Begründung der Notenbank selbst: Die BOJ will verhindern, dass die Inflation ihr Ziel übersteigt. Genau dieser Pfad bestimmt, ob aus den erwarteten 25-Basispunkte-Schritten tatsächlich der von den Brokerhäusern skizzierte Straffungszyklus wird – oder ob einzelne Erhöhungen verschoben werden.

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