N26 erreicht Profitabilität und plant Expansion
Die Berliner Neobank will in neue Märkte und Geschäftsbereiche vordringen.

Die Berliner Neobank N26 hat kürzlich ihre Profitabilität auf Monatsbasis erreicht. Dies gab der Co-CEO und Mitgründer des Unternehmens, Valentin Stalf, auf dem Bankengipfel des Handelsblatts bekannt. Stalf erklärte, dass die vergangenen Monate die erfolgreichsten in der Firmengeschichte gewesen seien. Bereits im Juni dieses Jahres erzielte das Fintech auf Monatssicht einen Gewinn. Zudem äußerte Stalf die Möglichkeit, dass N26 erstmals auch auf Jahressicht profitabel sein könnte. Er zeigte sich jedoch auch mit einem ausgeglichenen Ergebnis zufrieden und wies darauf hin, dass das Unternehmen sich von einer stark investierenden Firma zu einem Betrieb mit einem balancierten Ergebnis entwickelt habe.
Gegründet wurde N26 im Jahr 2013 und zählt heute zu den wertvollsten Fintech-Unternehmen Deutschlands. In der letzten Finanzierungsrunde im Jahr 2021 wurde das Unternehmen mit 7,7 Milliarden Euro bewertet. Aktuell verfügt N26 über 4,2 Millionen ertragsrelevante Kunden, also Kunden, die den Verifizierungsprozess abgeschlossen haben. Insgesamt zählte das Unternehmen Ende 2023 acht Millionen Kunden weltweit, was einem Zuwachs von einer Million im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Das Wachstum von N26 in Deutschland war jedoch bis Mitte dieses Jahres eingeschränkt, da die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) dem Unternehmen aufgrund von Mängeln im Risikomanagement auferlegte, nur begrenzt Neukunden aufzunehmen. Die Behörde beschränkte das Wachstum im November 2021 auf 50.000 Neukunden pro Jahr und setzte einen Sonderbeauftragten ein. Erst im Juni 2023 wurde diese Beschränkung aufgehoben, sodass N26 seitdem wieder ohne Limit Neukunden gewinnen kann. Der Sonderbeauftragte bleibt allerdings bis Ende dieses Jahres im Unternehmen.
Valentin Stalf sprach auch über die zukünftigen Geschäftsbereiche von N26. So plant das Fintech, sein Kreditgeschäft, das bereits in den Niederlanden gestartet wurde, weiter auszubauen. Stalf erwähnte, dass der Markt in Deutschland stark umkämpft sei, weshalb andere europäische Länder verstärkt in den Fokus rückten. Zudem kündigte er an, dass N26 künftig Zinsen anbieten wolle, die sich stets an der Spitze des Marktes bewegen. Neukunden erhalten derzeit 2,6 Prozent Zinsen auf das Tagesgeld, während Nutzer des kostenlosen Kontos nur 1,26 Prozent bekommen.
Ein weiteres Ziel für die Zukunft ist der mögliche Börsengang des Unternehmens. Stalf erklärte, dass dies in den nächsten drei bis fünf Jahren stattfinden könnte. Neue Finanzierungsrunden seien aktuell nicht notwendig, schloss jedoch nicht aus, dass vor einem Börsengang neue Investoren aufgenommen werden könnten.
