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Mytheresa übernimmt YNAP: Luxusmarkt im Umbruch

Sanierung des Onlinehändlers mit 555 Millionen Euro geplant

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Mytheresa übernimmt YNAP: Luxusmarkt im Umbruch

Der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont hat einen Käufer für seinen defizitären Onlinehändler Yoox-Net-a-Porter (YNAP) gefunden. Die Münchener E-Commerce-Firma Mytheresa wird YNAP im ersten Halbjahr 2025 vollständig übernehmen. Im Gegenzug erhält Richemont eine Beteiligung von einem Drittel an Mytheresa, einem Onlinehändler für Luxusmode von Marken wie Gucci, Yves Saint Laurent und Burberry. An der New Yorker Börse wurde Mytheresa zuletzt mit einem Wert von 367,5 Millionen Dollar gehandelt.

Zur Finanzierung der Sanierung von YNAP wird Mytheresa eine Mitgift von 555 Millionen Euro erhalten. Der Sanierungsprozess werde laut Mytheresa-Chef Michael Kliger mehrere Jahre dauern, da YNAP aktuell Verluste verzeichne. Dennoch sieht Kliger großes Potenzial in der Übernahme und spricht von der Chance, eine der führenden Luxusplattformen weltweit zu schaffen. Die drei Marken Mytheresa, Net-A-Porter und Mr Porter sollen weiterhin bestehen bleiben, jedoch einen Großteil der Infrastruktur gemeinsam nutzen, um Synergien zu realisieren. Kliger äußerte sich überzeugt, dass die Transaktion erheblichen Wert für Aktionäre, Markenpartner und vor allem High-End-Kunden schaffen werde.

Für Mytheresa stellt der Deal eine doppelte Chance dar: Zum einen wird der finanzstärkste und größte Konkurrent YNAP nun Teil des Unternehmens, zum anderen gewinnt Mytheresa mit Richemont einen stabilen Ankeraktionär. Richemont-Präsident Johann Rupert begrüßte den Verkauf und betonte, dass Mytheresa optimal positioniert sei, die Stärken beider Unternehmen zu vereinen. Richemont ist insbesondere für den Schmuckhersteller Cartier und Uhren von IWC bekannt.

Die geplante Transaktion ist auch eine Folge eines gescheiterten Teilverkaufs von YNAP an Farfetch im Dezember 2023. Richemont hatte das Vorhaben abgeblasen, nachdem Farfetch vom südkoreanischen E-Commerce-Riesen Coupang übernommen wurde. Analyst Jon Cox von Kepler Cheuvreux bemerkte, dass Richemont damit das Ende eines nicht erfolgreichen Ausflugs in den Handel mit Produkten anderer Hersteller besiegelt, ein Bereich, der nie das Kerngeschäft des Konzerns darstellte.

Mytheresa verzeichnete im Geschäftsjahr 2023/24 ein Umsatzwachstum von zehn Prozent und erreichte einen Nettoumsatz von 841 Millionen Euro. Der durchschnittliche Bestellwert stieg von 654 Euro auf 703 Euro. Die bereinigte Ebitda-Marge sank jedoch von fünf auf 3,1 Prozent. Vorstandschef Kliger setzt vor allem auf exklusive Events vor Ort und plant keine Ausweitung stationärer Geschäfte. Für das laufende Geschäftsjahr prognostizierte Mytheresa ein Wachstum von sieben bis 13 Prozent und eine bereinigte Ebitda-Marge zwischen drei und fünf Prozent.

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