Musks Satellitendienst gerät unter Druck
Europas Regierungen suchen Alternativen – Trumps Politik verstärkt das Misstrauen

Elon Musk steht vor neuen Herausforderungen, die sich aus der politischen Agenda von US-Präsident Donald Trump ergeben. Während die Nähe zwischen Musk und Trump in der Vergangenheit vorteilhaft für die Unternehmen des Tech-Milliardärs war, könnte sich dieser Umstand nun als geschäftliches Risiko erweisen. Insbesondere sein Satellitendienst Starlink gerät zunehmend in die Kritik, da internationale Kunden die Verlässlichkeit des Dienstes infrage stellen.
Am Wochenende zeigte Musk dabei zwei verschiedene Facetten: Einerseits bemühte er sich ungewohnt höflich um ein Gespräch mit dem italienischen Präsidenten Sergio Matarella, andererseits reagierte er scharf auf die Äußerungen des polnischen Außenministers Radoslaw Sikorski. Dieser hatte angekündigt, Alternativen zu Starlink zu prüfen, falls die USA den Zugang der Ukraine zu Musks Satelliteninternet kappen sollten. Musk wies dies mit den Worten „Sei still, kleiner Mann“ zurück.
Die Besorgnis vieler europäischer Regierungen nimmt zu, da Trump langjährige Sicherheitskooperationen aussetzt und die Beziehungen zu den NATO-Partnern belastet. Gleichzeitig wird die Abhängigkeit von US-amerikanischen Technologieunternehmen wie SpaceX und deren Satellitendiensten als strategisches Risiko wahrgenommen. Der Verdacht, dass Starlink oder SpaceX als geopolitische Druckmittel genutzt werden könnten, veranlasst einige Länder dazu, nach Alternativen zu suchen.
Italien ist ein Beispiel für diese Entwicklung. Noch im Januar verhandelte die Regierung unter Premierministerin Giorgia Meloni mit SpaceX über einen milliardenschweren Auftrag für sichere Satellitenkommunikation. Nachdem Trump jedoch seine Haltung gegenüber europäischen Partnern verschärfte, erklärte Italiens Industrieminister Adolfo Urso im Februar, dass das Land nun an einer eigenen Lösung arbeite. Parallel dazu treibt die Europäische Union Projekte wie Govsatcom voran und setzt verstärkt auf den europäischen Satellitenanbieter Eutelsat/OneWeb als Alternative zu Starlink.
Die wachsende Konkurrenz auf dem Markt für satellitengestützte Kommunikation verschärft den Druck auf Musk zusätzlich. Eutelsat/OneWeb betreibt bereits eine Satellitenkonstellation mit mehr als 630 Einheiten im niedrigen Erdorbit und könnte eine ernstzunehmende Alternative für europäische Staaten darstellen. Die Bemühungen der EU, sich von US-Anbietern unabhängiger zu machen, werden nicht nur als Schutzmaßnahme für die Ukraine gesehen, sondern auch als strategische Absicherung gegen eine mögliche Instrumentalisierung von Starlink gegen europäische Interessen.
Musk selbst bemüht sich derweil um Schadensbegrenzung. Nach seiner scharfen Reaktion auf Sikorski versicherte er, dass Starlink seine Dienste nicht als politisches Druckmittel einsetzen werde. Er betonte, dass Starlink niemals Terminals abschalten werde, unabhängig von seiner persönlichen Meinung zur Ukraine-Politik. Dass Musk zu dieser Klarstellung gezwungen ist, zeigt, wie sehr das Vertrauen in seine Dienste bereits erschüttert ist.
