Mulberry lehnt zweites Übernahmeangebot ab
Frasers erhöht Angebot auf 111 Millionen Pfund, Mehrheitsaktionär bleibt bei Ablehnung

Der britische Luxushandtaschen-Hersteller Mulberry, der sich derzeit in einer finanziellen Krise befindet, hat das zweite Übernahmeangebot der Handelskette Frasers abgelehnt. Das Unternehmen erklärte am Dienstag, das Angebot sei inakzeptabel. Frasers, der zweitgrößte Aktionär von Mulberry, hatte sein Angebot am 11. Oktober auf 150 Pence pro Aktie erhöht, was den Gesamtwert des Modekonzerns auf 111 Millionen Pfund anhebt. Zuvor lag das Übernahmeangebot bei 85 Millionen Pfund.
Der Mehrheitsaktionär von Mulberry, Challice Limited, der 56 Prozent der Anteile am Unternehmen hält, hatte bereits am 13. Oktober signalisiert, dass auch das höhere Angebot nicht unterstützt werde. Challice Limited, hinter dem der in Singapur ansässige Immobilienmagnat Ong Beng Seng und seine Frau Christina stehen, hat somit beide Übernahmeversuche von Frasers abgelehnt. Challice bleibt weiterhin der größte Anteilseigner des Unternehmens und spielt eine zentrale Rolle in den Verhandlungen.
Mulberry hatte Ende September angekündigt, Kapital von seinen Anteilseignern einsammeln zu wollen, um die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu sichern. Teil dieses Plans ist eine vorgeschlagene Zeichnung von zehn Millionen Pfund durch Challice Limited. Dies soll dem Unternehmen helfen, seine finanzielle Situation zu verbessern und die Zukunft von Mulberry zu sichern, während die Krise weiterhin anhält.
Gemäß den Übernahmeregeln in Großbritannien hat Frasers nun bis zum 28. Oktober Zeit, ein festes und endgültiges Angebot für Mulberry vorzulegen oder das Vorhaben einer Übernahme aufzugeben. Sollte Frasers kein weiteres Angebot machen, könnte dies den Druck auf Mulberry verringern, jedoch bleibt unklar, wie das Unternehmen langfristig seine Finanzlage stabilisieren will.
Das Scheitern des zweiten Übernahmeangebots zeigt die anhaltenden Differenzen zwischen den Anteilseignern von Mulberry und der Frasers Group. Während Frasers sein Interesse an einer Übernahme deutlich gemacht hat, bleibt die Unterstützung des Mehrheitsaktionärs Challice Limited unerlässlich, um eine Übernahme erfolgreich abzuschließen. Mulberry befindet sich damit weiterhin in einer unsicheren Position, sowohl in finanzieller Hinsicht als auch in Bezug auf die zukünftige Unternehmensstruktur.
