MTU Aero Engines vor finanzieller Herausforderung
Rückrufaktion von Triebwerken beeinflusst DAX-Konzerns Prognosen

MTU Aero Engines, ein renommierter DAX-Konzern und Konsortialpartner der RTX-Tochter Pratt & Whitney, steht vor einer potenziellen finanziellen Herausforderung. Die Zusammenarbeit beider Unternehmen konzentriert sich auf die PW1100G-Turbofan-Triebwerke, die speziell für Airbus-Flugzeuge der A320neo-Familie entwickelt wurden. Kürzlich angekündigte Rückrufaktionen dieser Triebwerke könnten MTU Aero Engines jedoch mit einer Milliardenbelastung konfrontieren.
Die Notwendigkeit für diese Rückrufaktionen wurde durch ein kürzlich eingeleitetes Inspektionsprogramm offengelegt. Zwischen 2024 und 2026 könnten bis zu 350 Flugzeuge aufgrund dieser Inspektionen vorübergehend stillgelegt werden. Das Hauptanliegen ist die Überprüfung von 600 bis 700 Triebwerken. Pratt & Whitney identifizierte ein fehlerhaftes Metallpulver, das während der Produktionsphase der Triebwerke verwendet wurde, als Hauptursache für das Problem. Die finanziellen Auswirkungen für Pratt & Whitney, die 51 Prozent des Programms besitzen, werden auf 3,0 bis 3,5 Milliarden USD geschätzt.
MTU Aero Engines, das 18 Prozent des Triebwerksprogramms besitzt, prognostiziert ebenfalls erhebliche finanzielle Auswirkungen. Das Unternehmen erwartet, dass sowohl der Umsatz als auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in diesem Jahr um etwa 1 Milliarde EUR belastet werden. Die Hauptauswirkungen auf die Liquidität werden voraussichtlich in den Jahren 2024 bis 2026 spürbar sein. Trotz früherer Aussagen im Juli, in denen MTU nur geringfügige Auswirkungen durch die Triebwerksinspektionen erwartete, hat sich das Bild nun geändert.
In Anbetracht dieser unerwarteten finanziellen Belastungen hat MTU Aero Engines seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr revidiert. Das Unternehmen betont, dass es derzeit schwierig ist, die genauen finanziellen Auswirkungen des Problems zu bewerten. Dennoch versichert MTU, dass es alle notwendigen Maßnahmen ergreifen wird, um die negativen Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.
Die Aktienmärkte haben bereits auf diese Nachrichten reagiert. Die Aktien von MTU Aero Engines verzeichneten einen Kursverlust von etwa acht Prozent. Dies unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Situation und die Bedenken der Investoren hinsichtlich der zukünftigen finanziellen Gesundheit des Unternehmens. Es bleibt abzuwarten, wie MTU Aero Engines und seine Partner die Situation in den kommenden Monaten bewältigen werden.
