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Molly Tea muss 1,5 Millionen Dollar an Louis Vuitton zahlen

Ein chinesisches Gericht verurteilte die Teekette Molly Tea wegen Logo-Verletzung – die Entscheidung spaltet das chinesische Internet.

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Molly Tea muss 1,5 Millionen Dollar an Louis Vuitton zahlen

Die chinesische Teekette Molly Tea ist zu einer Schadenersatzzahlung von 10,3 Millionen Yuan – umgerechnet rund 1,1 Millionen Pfund oder 1,5 Millionen US-Dollar – an den französischen Luxuskonzern Louis Vuitton verurteilt worden. Ein Gericht in der ostchinesischen Provinz Jiangsu entschied, dass das Logo des in Shenzhen ansässigen Unternehmens das ikonische vierblättrige Blumendesign von Louis Vuitton kopiert habe. Das Urteil sorgt in China für erhebliche Aufmerksamkeit und eine breite gesellschaftliche Debatte.

Konkret ordnete ein Gericht in Suzhou, östlich von Shanghai, am Donnerstag an, dass Molly Tea die Verwendung des beanstandeten Logos sofort einstellen, eine öffentliche Entschuldigung abgeben und den genannten Schadenersatz an Louis Vuitton leisten muss. Dies berichtete das chinesische Staatsmedium China Daily. Die BBC hat sowohl Molly Tea als auch Louis Vuitton um eine Stellungnahme gebeten.

Laut China Daily hatte Molly Tea zuvor mehrere Marken bei der Nationalen Behörde für geistiges Eigentum Chinas angemeldet – diese wurden jedoch allesamt abgelehnt. Lediglich die Marke mit den chinesischen Schriftzeichen für „Molly Tea" wurde erfolgreich registriert.

Hitzige Debatte im chinesischen Internet

Das Urteil hat eine intensive Online-Diskussion ausgelöst. Ein mit dem Fall verknüpfter Hashtag verzeichnete mehr als 400 Millionen Aufrufe sowie Zehntausende von Kommentaren auf chinesischen Social-Media-Plattformen. Die öffentliche Meinung ist dabei gespalten.

Viele chinesische Nutzer verteidigten das Design von Molly Tea und verwiesen darauf, dass zahlreiche Designs westlicher Luxusmarken ihrerseits von chinesischen Artefakten und Kulturgütern inspiriert worden seien. Ein Kommentator auf der Plattform Weibo erklärte, er werde „täglich eine Tasse Molly Tea trinken", um seine Solidarität mit dem Unternehmen zu bekunden. „Verschont mich damit. Sie nutzen nur die Tatsache aus, dass unsere Vorfahren keine Patente angemeldet haben", schrieb der Nutzer. Ein Nutzer auf RedNote, einer weiteren chinesischen Social-Media-Plattform, argumentierte: „Solche einfachen geometrischen Formen wurden im Laufe der Geschichte überall verwendet, nicht nur in China."

Auf der anderen Seite gab es auch deutliche Stimmen, die das Urteil unterstützten. Ein Weibo-Nutzer meinte, Befürworter von Molly Tea sollten „zuerst Jura studieren", und betonte, dass kein Streitfall bestehe, da Louis Vuitton das Logo bereits registriert habe. Ein weiterer Kommentator argumentierte, Louis Vuitton habe das Recht, sein geistiges Eigentum zu verteidigen, und andere Marken dürften es unabhängig von ihrer Branche nicht imitieren.

Geistiges Eigentum im Fokus

Der Fall wirft grundsätzliche Fragen zum Schutz geistigen Eigentums auf – ein Thema, das im Kontext des globalen Handels und der wachsenden internationalen Präsenz chinesischer Marken zunehmend an Bedeutung gewinnt. Für westliche Luxuskonzerne wie Louis Vuitton ist der chinesische Markt einer der wichtigsten weltweit, was den Schutz ihrer Markenrechte dort besonders relevant macht.

Das Urteil zeigt, dass chinesische Gerichte Markenrechtsverletzungen zugunsten ausländischer Unternehmen ahnden – ein Signal, das in der internationalen Wirtschaftswelt aufmerksam registriert werden dürfte. Für Molly Tea bedeutet die Entscheidung neben der finanziellen Belastung auch einen erheblichen Reputationsschaden, auch wenn ein Teil der chinesischen Öffentlichkeit das Unternehmen demonstrativ unterstützt.

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