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Mittelstand kämpft mit steigenden Energie- und Lohnkosten

Hohe Belastungen gefährden Rentabilität und Investitionsbereitschaft deutscher Unternehmen

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Mittelstand kämpft mit steigenden Energie- und Lohnkosten

Die deutschen Sparkassen sehen sich zunehmenden Herausforderungen durch die hohen Energie- und Lohnkosten gegenüber. Vor allem mittelständische Firmenkunden sind stark betroffen, wie Sparkassenpräsident Ulrich Reuter auf dem Handelsblatt Banken-Gipfel in Frankfurt erklärte. Trotz einer aktuell stabilen finanziellen Lage warnt Reuter, dass steigende Personal- und Materialkosten sowie hohe Energiepreise die wirtschaftliche Situation vieler Unternehmen stark belasten. Ein Großteil der Unternehmen sei nicht in der Lage, diese Kosten an ihre Kunden weiterzugeben, was die Umsatzrenditen in verschiedenen Branchen massiv unter Druck setzt.

Reuter betonte, dass diese Entwicklung mittelfristig negative Auswirkungen auf die Eigenkapitalsubstanz und die Investitionsfähigkeit vieler Firmen haben werde. Die Erhebung der Sparkassen, bei der etwa 300.000 anonymisierte Unternehmensbilanzen ausgewertet wurden, zeigt, dass besonders energieintensive Branchen und der Hochbau von der Kostensteigerung betroffen sind. Auch die langfristigen Ziele zur Transformation in eine klimafreundlichere Wirtschaft könnten durch die sinkende Rentabilität der Unternehmen gefährdet werden. Laut Reuter sei eine gesunde Rentabilität notwendig, um die Umstellung der Geschäftsmodelle auf eine geringere CO2-Bilanz zu finanzieren.

Ein weiteres Problem stellt die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen dar. Trotz gesunkener Strom- und Gaspreise nach dem Höhepunkt des Ukrainekriegs sind die Energiepreise in Deutschland weiterhin deutlich höher als in anderen Ländern. Besonders im Vergleich zu den USA, Japan und China, wo günstigere Bedingungen für energieintensive Branchen herrschen, stehen deutsche Unternehmen unter Druck. Einige Firmen haben bereits begonnen, Teile ihrer Produktion ins Ausland zu verlagern oder planen dies. Diese Entwicklung sieht Reuter als Anzeichen einer schleichenden Deindustrialisierung in Deutschland.

Trotz der aktuell stabilen Eigenkapitalquote des Mittelstands von 37 Prozent zeigt sich eine deutliche Zurückhaltung bei der Nachfrage nach Investitionskrediten. Reuter stellte fest, dass viele Unternehmen aufgrund der unsicheren Lage abwarten. Er betonte zudem, dass es wichtig sei, politisch Wege zu finden, privates Kapital stärker in den Ausbau der Infrastruktur zu integrieren. Reuter sieht in rein staatlich finanzierten Investitionen keine ausreichende Lösung, um das notwendige Wirtschaftswachstum zu gewährleisten und den Rückstand auf die USA und China aufzuholen.

SparkasseFinanzenWirtschaftEnergiepreise

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