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Milliardenrisiko für VW durch Tarifstreit

Alte Regelungen könnten Gehälter erhöhen und Sparprogramm verschärfen

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Milliardenrisiko für VW durch Tarifstreit

Der Tarifkonflikt bei Volkswagen könnte für den Konzern erhebliche finanzielle Folgen haben. Sollte es in den kommenden Wochen nicht zu einer Einigung zwischen VW und der Gewerkschaft IG Metall kommen, drohen Einmalkosten in Milliardenhöhe. Diese Kosten resultieren aus einem sogenannten Schattentarifvertrag, der in Kraft treten würde, wenn kein neuer Tarifvertrag abgeschlossen wird. Laut Insidern könnten die Aufwendungen sogar zwischen einer und zwei Milliarden Euro liegen.

Die Wiedereinführung der alten tariflichen Regelungen würde unter anderem eine Gehaltserhöhung von 4,5 Prozent für die rund 120.000 Angestellten der VW AG bedeuten. Hinzu kämen 1,3 zusätzliche Monatsgehälter, verteilt auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld, sowie eine alte Bonusregelung. Dabei wären insbesondere höher eingruppierte Angestellte betroffen, da ein großer Teil der Büroangestellten in den oberen Tarifgruppen eingestuft ist. Gleichzeitig würde die Wochenarbeitszeit bei VW einheitlich auf 35 Stunden steigen, was für einige Beschäftigte eine Arbeitszeitverlängerung bedeuten würde.

Der finanzielle Druck auf den Konzern könnte weitere Anpassungen am bestehenden Sparprogramm erforderlich machen. Bereits im Sommer hatte VW sein Effizienzprogramm verschärft und eine Verbesserung des Ergebnisses um 17 Milliarden Euro bis 2026 angestrebt, wovon zwei Milliarden Euro durch reduzierte Arbeitskosten erreicht werden sollen. Sollten die Verhandlungen scheitern, könnten zusätzliche Maßnahmen wie betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen folgen. Insbesondere Leiharbeiter sind von Unsicherheit betroffen, da ihr Einsatz durch die Kündigung des entsprechenden Tarifvertrags eingeschränkt werden könnte.

Im Unternehmensumfeld wird Weihnachten als Zielmarke für eine Einigung genannt. Sowohl das Management als auch die Arbeitnehmervertretung möchten bis dahin Klarheit schaffen. Ministerpräsident Stephan Weil zeigte sich optimistisch, dass eine Regelung vor Weihnachten gefunden wird, wenngleich andere Entscheider die Chancen dafür nur bei 50 Prozent sehen.

Parallel bereitet sich VW auf mögliche Rückstellungen vor, um finanzielle Belastungen im laufenden Geschäftsjahr unterzubringen. Der Ausgang der Verhandlungen wird auch davon abhängen, ob und wann eine Schlichtungsstelle eingeschaltet wird, da es Unstimmigkeiten über den Zeitpunkt der Gültigkeit des Schattentarifs gibt.

VolkswagenIG MetallFinanzkriseArbeitsrechtStreit

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