ANZEIGE

Milliarden-Betrugsskandal: Tycoon Chen Zhi nach China ausgeliefert

Der chinesische Unternehmer Chen Zhi wurde von Kambodscha nach China ausgeliefert. Ihm wird vorgeworfen, ein globales Betrugsnetzwerk mit Milliardenumsätzen geleitet zu haben. Die USA hatten den Gründer der Prince Group bereits im Oktober angeklagt.

2 Min
Milliarden-Betrugsskandal: Tycoon Chen Zhi nach China ausgeliefert

Der in den USA wegen Betrugs angeklagte Unternehmer Chen Zhi ist von Kambodscha nach China ausgeliefert worden. Das chinesische Staatsfernsehen CCTV zeigte Aufnahmen, wie der Tycoon gefesselt und mit Kapuze von schwer bewaffneten Polizisten am Pekinger Flughafen eskortiert wurde. Der Sender bezeichnete ihn als "Anführer eines großen transnationalen Glücksspiel- und Betrugs-Syndikats".

Globales Betrugsnetzwerk aufgedeckt

Die Verhaftung markiert einen Durchbruch im Kampf gegen ausgedehnte Betrugszentren in Südostasien. Laut US-Justizministerium diente Chens Konglomerat Prince Group als Fassade für eine milliardenschwere Online-Betrugsoperation. Die Gruppe betrieb über 100 Unternehmen in 30 Ländern und unterhielt Betrugszentren hauptsächlich in Kambodscha und Myanmar.

Zehntausende Arbeiter, viele davon Opfer von Menschenhandel, wurden dort gezwungen, weltweit Menschen zu betrügen. Die Vereinten Nationen sprechen von einer hochentwickelten globalen Industrie. Die kambodschanischen Behörden führten die Auslieferung nach monatelangen gemeinsamen Ermittlungen mit China durch.

Prince Bank wird liquidiert

Am Donnerstag ordnete Kambodschas Zentralbank die Liquidation der von Chen gegründeten Prince Bank an. Dies ist die jüngste Maßnahme gegen Unternehmen der Gruppe in ganz Asien. Bereits im Oktober hatten die USA und Großbritannien die Prince Group sanktioniert. Hongkong und Singapur froren daraufhin Vermögenswerte im Wert von 354 Millionen beziehungsweise 116 Millionen US-Dollar ein.

US-Anklage wegen Betrugs und Geldwäsche

Das US-Justizministerium hatte Chen im Oktober wegen Verschwörung zum Überweisungsbetrug und Geldwäsche angeklagt. Die Prince Group, deren Geschäftsfelder von Immobilien über Finanzdienstleistungen bis zu Gastgewerbe reichten, wies die Vorwürfe als unbegründet zurück. Das Unternehmen sprach von einem Versuch, Milliarden Dollar unrechtmäßig zu beschlagnahmen.

In China wird Chen nun wegen Betrugs und des Betriebs illegaler Kasinos gesucht. CCTV kündigte an, eine Fahndungsliste mit Schlüsselmitgliedern der "kriminellen Gruppe Chen Zhi" zu veröffentlichen. Kambodscha entzog Chen die Staatsbürgerschaft und lieferte neben ihm zwei weitere chinesische Staatsbürger aus.

Internationale Zusammenarbeit verstärkt

Chinas Außenministerium betonte die Bedeutung der internationalen Kooperation. "China ist bereit, die Zusammenarbeit im Bereich der Strafverfolgung mit Nachbarländern zu verstärken", erklärte Ministeriumssprecher Mao Ning. Das Pekinger Büro für Öffentliche Sicherheit hatte bereits 2020 eine spezielle Task Force zur Untersuchung der Prince Group eingerichtet und diese als "Mega-Syndikat für grenzüberschreitendes Online-Glücksspiel" bezeichnet.

Chen ZhiPrince GroupBetrugsskandalKambodschaOnline-BetrugGeldwäschePrince BankSüdostasienMenschenhandelUsa Anklage

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer