Microsoft-Crash: 357 Milliarden Dollar Verlust schockt Tech-Sektor
Historischer Kurssturz nach enttäuschenden Quartalszahlen löst breiten Ausverkauf bei Technologiewerten aus.

<a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft erlebte am Donnerstag den größten Wertverlust seiner Unternehmensgeschichte. Nach enttäuschenden Quartalszahlen verlor der Tech-Gigant 357 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung – der zweitgrößte eintägige Verlust eines US-Unternehmens überhaupt. Die Aktie brach um 10 Prozent ein, der stärkste Tagesrückgang seit März 2020.
Der dramatische Kurseinbruch zog den gesamten Technologiesektor mit nach unten. Der Nasdaq Composite fiel zeitweise um 2,6 Prozent, erholte sich aber zum Handelsschluss und beendete den Tag mit einem Minus von 0,7 Prozent. Der S&P 500 gab leicht um 0,1 Prozent nach, während der Dow Jones Industrial Average mit einem Plus von 0,1 Prozent schloss.
Auslöser der Verkaufswelle waren höhere Ausgaben als erwartet für die KI-Infrastruktur sowie ein langsameres Wachstum im Cloud-Geschäft. Die Zahlen nährten die Skepsis der Investoren hinsichtlich der enormen Kosten für den Aufbau künstlicher Intelligenz. "Einiges davon ist ein wenig perfekt eingepreist", kommentierte Charlie Ripley, leitender Anlagestratege bei Allianz Investment Management.
Abhängigkeit von Tech-Riesen wird deutlich
Der scharfe Rückgang verdeutlicht, wie stark der Gesamtmarkt weiterhin von einer Handvoll dominierender Tech-Konzerne abhängig ist. Der Technologiesektor hatte bereits einen schwierigen Jahresstart, doch Zuwächse bei Basisrohstoffen, Energie- und Industriewerten haben dem breiteren Markt geholfen, weiter in Richtung Rekordhöhen zu steigen.
Software-Aktien wurden vom Ausverkauf besonders hart getroffen. Dies unterstreicht, wie schnell die Begeisterung der Wall Street für diesen Sektor in den Monaten seit dem Aufkommen des "Vibe Coding" – der Praxis, KI-Tools zur schnellen Erstellung von Apps und Websites zu nutzen – verflogen ist.
Meta trotzt dem Trend
Meta Platforms widersetzte sich dem negativen Trend und legte um 10 Prozent zu. Investoren belohnten den Social-Media-Konzern für seine Fähigkeit, künstliche Intelligenz durch die Steigerung der Anzeigen-Performance und des Nutzerengagements in ein deutlich höheres Umsatzwachstum umzuwandeln. Meta hatte ebenfalls am Mittwoch Quartalszahlen vorgelegt.
Für deutsche Anleger zeigt der Vorfall, wie volatil selbst die größten Tech-Werte reagieren können, wenn die hohen Erwartungen nicht erfüllt werden. Die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur stehen zunehmend auf dem Prüfstand der Investoren, die konkrete Ergebnisse sehen wollen.
