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Microsoft-Aktie 27% über Tief: Jetzt einsteigen oder warten?

Nach einem 15%-Kurssprung infolge starker Quartalszahlen stellt sich die Frage: Ist Microsoft jetzt noch ein Kauf?

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Microsoft-Aktie 27% über Tief: Jetzt einsteigen oder warten?

Die Microsoft-Aktie (MSFT) hat ein turbulentes Jahr hinter sich. Nach einem schwachen Jahresauftakt schoss das Papier nach der Veröffentlichung der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2026 (das am 30. Juni endete) an einem einzigen Handelstag um 15% in die Höhe. Gegenüber dem 52-Wochen-Tief vom 25. Juni beträgt das Plus inzwischen rund 27% – auf Jahressicht liegt die Aktie jedoch weiterhin im Minus.

Ein wesentlicher Grund für die Kursschwäche in diesem Jahr waren die massiven Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI). Viele Anleger zweifelten daran, ob die hohen Investitionsausgaben (Capex) jemals eine solide Kapitalrendite erzielen würden. Die jüngsten Quartalszahlen liefern nun erste ermutigende Anzeichen, dass Microsofts KI-Strategie Früchte trägt.

Starke Zahlen aus der Cloud

Das Cloud-Geschäft von Microsoft entwickelt sich eindrucksvoll. Der Umsatz von Microsoft Azure stieg im Jahresvergleich um 41% und überschritt erstmals die Marke von 100 Milliarden US-Dollar beim Jahresumsatz. Der Gesamtumsatz der Microsoft Cloud kletterte im Vergleich zum Vorjahr um 27% auf über 214 Milliarden US-Dollar – ein klares Signal, dass die KI-Investitionen beginnen, sich auszuzahlen.

Auch der Cloud-Auftragsbestand von 678 Milliarden US-Dollar unterstreicht die anhaltend hohe Nachfrage. Ein Wermutstropfen: Ein erheblicher Teil dieses Auftragsbestands ist mit dem KI-Partner OpenAI verknüpft. Dennoch wuchs der Auftragsbestand selbst ohne OpenAI im Jahresvergleich um 25% – ein Zeichen für eine breite Nachfragebasis.

Schwäche im Privatkundengeschäft

Weniger erfreulich entwickeln sich die klassischen Verbrauchersparten. Im Segment „More Personal Computing" sank der Umsatz im jüngsten Quartal im Jahresvergleich um 4%. Die Verkäufe von Xbox-Hardware brachen sogar um 13% ein, und der Umsatz mit Windows-OEM und Geräten fiel um 7%. Diese Bereiche sind für Microsofts Wachstumsstrategie zwar weniger bedeutend als Cloud und KI, sollten aber dennoch beobachtet werden.

Kaufen oder abwarten?

Wer jetzt in Microsoft investiert, sollte dies nicht allein wegen der aktuellen Rallye tun. Bereits in diesem Jahr gab es vergleichbare Kurssprünge – etwa ein Plus von 14% zwischen dem 10. und 17. April sowie über 11% zwischen dem 27. Mai und dem 1. Juni – auf die jeweils wieder Rücksetzer folgten. Das muss sich nicht zwingend wiederholen, zeigt aber, dass Kursrallyes nicht von Dauer sein müssen.

Für langfristig orientierte Anleger gilt Microsoft dennoch als klarer Kauf. Das Unternehmen ist eine wachsende „Cash-Cow" und ist gemessen an der Bewertung der vergangenen fünf Jahre vergleichsweise günstig. Wer nach dem jüngsten Anstieg einen Rücksetzer befürchtet, kann auf die Strategie des Durchschnittskosteneffekts (Dollar-Cost-Averaging) setzen und seine Investitionen auf mehrere festgelegte Zeiträume verteilen. So lässt sich das Timing-Risiko reduzieren, ohne auf eine langfristig attraktive Position zu verzichten.

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