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Micron: New Street stuft auf „Buy" hoch – Kursziel 1.250 Dollar

New Street Research sieht Micron Technology als strukturellen Gewinner – Speicherchips sollen kein rein zyklisches Geschäft mehr sein.

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Micron: New Street stuft auf „Buy" hoch – Kursziel 1.250 Dollar

New Street Research hat Micron Technology am Freitag auf „Buy" hochgestuft und ein Kursziel von 1.250 US-Dollar ausgegeben. Das Analysehaus begründet die Heraufstufung damit, dass der aktuelle Aufwärtstrend des Speicherchipherstellers mit dem historischen „Boom-and-Bust"-Muster der Branche bricht. Damit stellt sich New Street gegen die weit verbreitete Einschätzung, dass Speicherchips ein rein zyklisches Geschäft seien.

Besonders auffällig ist die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und Produktionswachstum: Laut New Street ist die Micron-Aktie seit ihren Tiefstständen im April 2025 um mehr als das Zehnfache gestiegen, während der Produktionswert – gemessen an den Herstellungskosten (COGS) – im gleichen Zeitraum nur um rund 25 Prozent zugenommen hat. Diese Entkopplung deutet für die Analysten auf eine fundamentale Veränderung der Marktdynamik hin.

„Was wir heute erleben, bricht mit den Branchenzyklen, die wir in den letzten Jahrzehnten beobachtet haben", erklärte New Street Research in seiner Mitteilung. Die Heraufstufung ist das Ergebnis einer Research-Reihe, die das Analysehaus bereits im Juli begonnen hatte, um zu untersuchen, ob der Speicherzyklus strukturell anders verläuft als in der Vergangenheit.

Ambitionierte Prognosen bis 2030 und darüber hinaus

Die Zahlen, die New Street für Micron bis 2030 modelliert, sind beeindruckend: Das Analysehaus erwartet, dass der Konzern bis dahin mehr als 600 Milliarden US-Dollar an Barmitteln in der Bilanz hält und einen jährlichen freien Cashflow von mehr als 150 Milliarden US-Dollar generiert – Werte, die ausdrücklich als Spitzenwerte bezeichnet werden.

Auch für die Zeit nach 2030 zeichnet New Street ein vergleichsweise optimistisches Bild. Das Analysehaus modelliert einen milderen Abschwung als in früheren Epochen: Der Tiefpunkt beim Free-Cashflow-Verbrauch soll lediglich bei 18 Milliarden US-Dollar liegen, während in jedem Jahr eines vierjährigen Abschwungs mehr als 100 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet werden sollen. Das wäre ein deutlicher Unterschied zu früheren Zyklen, in denen Speicherchiphersteller teils massive Verluste einfuhren.

Ein zentraler Treiber dieser Prognosen ist die Nachfrage durch Künstliche Intelligenz. New Street geht davon aus, dass KI künftig zwei Drittel des Nachfragemixes nach Speicherchips ausmachen wird. Das Analysehaus modelliert ein jährliches Wachstum von 15 Prozent über das Jahr 2030 hinaus – verglichen mit einem historischen Durchschnitt von lediglich 10 Prozent in den vergangenen 20 Jahren.

HBM als struktureller Faktor – Bewertung bis zu 3 Billionen Dollar

Zur Bewertung von Micron führt New Street aus, dass Speicherchips im Zyklus traditionell etwa zum Drei- bis Sechsfachen der Herstellungskosten gehandelt wurden. Allerdings argumentiert das Analysehaus, dass High-Bandwidth Memory (HBM) – eine besonders leistungsstarke Speicherchip-Variante, die vor allem in KI-Beschleunigern eingesetzt wird – einen Bewertungsaufschlag verdiene. Der Grund: HBM sei strukturell weniger zyklisch als Standard-DRAM.

Diese Kombination aus starkem KI-Wachstum, verbesserter Cashflow-Stabilität und dem HBM-Aufschlag soll laut New Street bis 2030 eine Marktkapitalisierung von 2 bis 3 Billionen US-Dollar für Micron implizieren. Zum Vergleich: Damit würde Micron in eine Liga mit den größten Technologiekonzernen der Welt aufsteigen. Für deutsche Anleger, die den Speicherchipsektor bislang als hochvolatiles und schwer kalkulierbares Investment gemieden haben, liefert die Analyse von New Street neue Denkanstöße – auch wenn ambitionierte Kursziele stets mit Vorsicht zu genießen sind.

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