Micro-Cap-Aktien: Bester Jahresstart seit 20 Jahren
Die kleinsten US-Unternehmen verzeichneten den stärksten Jahresauftakt seit Beginn des Jahrhunderts. Mit einem Plus von über 8 Prozent erreichten Micro-Cap-Aktien neue Höchststände.

Die kleinsten börsennotierten Unternehmen in den USA haben den besten Start in ein Handelsjahr seit zwei Jahrzehnten hingelegt. Bis zum vergangenen Freitag stiegen die Kurse um mehr als 8 Prozent und trieben den entsprechenden Index auf neue Rekordhöhen.
Der außergewöhnliche Anstieg wurde vor allem von den risikoreichsten Titeln getragen. Privatanleger nutzten traditionell die Zeit nach den Feiertagen und den Beginn des neuen Steuerjahres, um ihre spekulativen Positionen in nahezu unbekannten Nebenwerten aufzustocken.
Risiken durch Trump-Zollpolitik
Doch die beeindruckende Erfolgsserie könnte bereits ihr Ende finden. Die jüngsten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Grönland haben die Märkte unter Druck gesetzt. Experten bezweifeln, dass die Micro-Cap-Aktien diesem Schlag standhalten können.
Entkopplung von Large-Caps
Bemerkenswert ist, dass die kleinsten Aktien bisher die Kursschwankungen der größten US-Unternehmen weitgehend ignoriert haben. Diese Entkopplung ist typisch für den Jahresanfang, wenn spekulativ orientierte Anleger verstärkt in Nebenwerte investieren.
Saisonales Muster bei Micro-Caps
Der starke Jahresauftakt bei Micro-Cap-Aktien folgt einem bekannten saisonalen Muster. Zu Jahresbeginn kommt es regelmäßig zu erhöhten Zuflüssen in diese Anlageklasse, da Investoren ihre Portfolios neu ausrichten und steuerliche Überlegungen eine Rolle spielen.
Für deutsche Anleger bedeutet dies: Während US-Micro-Caps attraktive Renditechancen bieten können, sollte das deutlich erhöhte Risikoprofil dieser Wertpapiere nicht unterschätzt werden. Die aktuelle politische Unsicherheit könnte die bisherigen Gewinne schnell zunichtemachen.
