Michael Burry warnt erneut: Verkaufen, bevor der Crash kommt
„Big Short"-Investor Michael Burry vergleicht den Tech-Boom mit einem Autounfall kurz vor dem Einschlag – und empfiehlt den Ausstieg.

Michael Burry, der Fondsmanager, der durch seine legendäre Wette gegen den US-Immobilienmarkt weltberühmt wurde, schlägt erneut Alarm. In einem Substack-Beitrag verglich er das aktuelle hektische Treiben bei Tech-Aktien mit der „Szene eines blutigen Autounfalls, Minuten bevor er passiert". Seine klare Empfehlung: Aktien in den heißesten Marktsegmenten verkaufen.
Burry, der in dem Hollywood-Film „The Big Short" von Schauspieler Christian Bale verkörpert wurde, ist in der Finanzwelt für seine oft kryptischen, aber aufsehenerregenden Warnungen bekannt. In sozialen Medien tritt er unter dem Pseudonym „Cassandra Unchained" auf – eine Anspielung auf die mythologische Prinzessin, die dazu verflucht war, die Zukunft zu sehen, ohne Glauben zu finden.
Burrys Warnungen – eine lange Geschichte
Doch anders als die mythologische Cassandra hat Burry in der Vergangenheit durchaus Gehör gefunden. Im Januar 2023 twitterte er schlicht „SELL", bevor er sein X-Konto löschte. Im Jahr 2022 fragte er öffentlich, ob ein wirtschaftlicher Abschwung „schlimmer als 2008" sein könnte. Bereits im September 2019 warnte er vor einer „Blase" beim passiven Investieren – einem der damals boomenden Trends an der Wall Street.
Ob seine Warnungen stets zum richtigen Zeitpunkt kamen, ist unter Marktbeobachtern umstritten. Seit seiner epischen Wette gegen den Immobilienmarkt, die ihn berühmt machte, hat er für seine Prognosen viel Medienaufmerksamkeit erhalten – nicht immer mit treffsicherem Timing. Burrys Firma reagierte auf Anfragen nicht.
Inflationsdaten heizen die Märkte an
Im Hintergrund brodelt es an den Märkten ohnehin. Die heißen Inflationsdaten für April haben die Erwartungen der Anleger hinsichtlich künftiger Preissteigerungen deutlich angeheizt. Die sogenannten Break-even-Raten inflationsgeschützter Anleihen – ein Marktindikator für die erwartete Inflation – kletterten auf ein Mehrjahreshoch. Das signalisiert, dass Investoren mit anhaltend hohem Preisdruck rechnen.
Gleichzeitig überschritten die US-Rohöl-Futures die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar pro Barrel, bevor die Ölpreise eine kurze Atempause einlegten. Tech-Aktien zeigten sich nach einer Schwächephase am Dienstag wieder erholt. Die Frage, ob der Krieg die Wall Street nun doch stärker verunsichert, steht dabei zunehmend im Raum.
Für deutsche Privatanleger ist das Zusammenspiel aus Inflationsdruck, steigenden Rohstoffpreisen und warnenden Stimmen wie Burry ein Signal, die eigene Portfoliostruktur kritisch zu hinterfragen. Besonders stark bewertete Wachstums- und Tech-Titel könnten bei einer Stimmungsänderung am Markt besonders anfällig sein. Ob Burry diesmal wieder recht behält – oder erneut zu früh warnt – bleibt abzuwarten.
