Mexikos Wirtschaft schrumpft im ersten Quartal stärker als erwartet
Alle Sektoren der zweitgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas verzeichneten Rückgänge – ein deutliches Warnsignal.

Mexikos Wirtschaft hat im ersten Quartal 2025 einen überraschend starken Rückgang verbucht. Laut vorläufigen Daten der nationalen Statistikbehörde INEGI schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum vorangegangenen Quartal um 0,8 Prozent. Damit fiel der Einbruch deutlich stärker aus als von Ökonomen erwartet.
Analysten, die von der Nachrichtenagentur Reuters befragt wurden, hatten lediglich einen Rückgang von 0,5 Prozent prognostiziert. Besonders auffällig ist die Trendwende: Im Vorquartal hatte Mexiko noch ein revidiertes Wachstum von 0,9 Prozent verzeichnet. Der Abschwung trifft damit die zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas mit voller Wucht.
Alle Sektoren im Minus
Bemerkenswert ist, dass kein einziger Wirtschaftsbereich von dem Abschwung verschont blieb. Der Primärsektor – also Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei – verzeichnete mit einem Minus von 1,4 Prozent den stärksten Einbruch aller Sektoren. Er bildete damit das Schlusslicht im gesamtwirtschaftlichen Bild.
Der sekundäre Sektor, der das verarbeitende Gewerbe und die Industrie umfasst, gab um 1,1 Prozent nach. Gerade das produzierende Gewerbe gilt als wichtiger Pfeiler der mexikanischen Wirtschaft, insbesondere im Hinblick auf die enge Verflechtung mit dem nordamerikanischen Handelsraum. Auch der tertiäre Sektor, der Dienstleistungen wie Handel, Tourismus und Finanzwesen beinhaltet, konnte sich dem negativen Trend nicht entziehen und sank um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Jahresvergleich ebenfalls enttäuschend
Auch im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres fiel das Ergebnis schwach aus. Das Jahreswachstum belief sich lediglich auf 0,1 Prozent – weit entfernt von den prognostizierten 0,8 Prozent, die Ökonomen im Vorfeld erwartet hatten. Dieser Wert verdeutlicht, dass die wirtschaftliche Schwäche Mexikos keine kurzfristige Erscheinung ist, sondern sich über einen längeren Zeitraum abzeichnet.
Für deutsche Anleger und Beobachter ist Mexiko als Schwellenland und wichtiger Handelspartner der USA von besonderem Interesse. Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes wird maßgeblich von der Nachfrage aus Nordamerika, den Rohstoffpreisen sowie der Binnennachfrage beeinflusst. Die aktuellen Zahlen dürften die Diskussion über die konjunkturellen Aussichten der lateinamerikanischen Region neu entfachen.
Die INEGI-Daten sind vorläufiger Natur und können in späteren Veröffentlichungen noch revidiert werden. Endgültige Zahlen werden üblicherweise einige Wochen nach der Erstveröffentlichung bekanntgegeben.
