Meta und Qualcomm profitieren von milliardenschweren US-Steuervorteilen
Eine Entscheidung des US-Finanzministeriums beschert Meta und Qualcomm zusammen über 13 Milliarden Dollar an Steuervorteilen.

Meta Platforms und Qualcomm haben jeweils Steuervorteile in Milliardenhöhe gemeldet. Grundlage ist eine Entscheidung des US-Finanzministeriums, die Unternehmen mehr Flexibilität bei der Berechnung der alternativen Mindeststeuer für Unternehmen einräumt. Die neuen Leitlinien wurden im Februar von der Trump-Regierung veröffentlicht.
Meta meldete am Mittwoch einen Steuervorteil von 8,03 Milliarden US-Dollar. Dieser gleicht eine im Vorjahr verbuchte Steuerbelastung von 15,93 Milliarden US-Dollar teilweise aus. Damit reduziert sich die Nettobelastung aus der Mindeststeuer für Meta erheblich.
Qualcomm verzeichnete einen Steuervorteil von 5,7 Milliarden US-Dollar. Damit macht der Chiphersteller eine steuerliche Belastung vollständig rückgängig, die das Unternehmen im Jahr 2025 offengelegt hatte. Zusammen belaufen sich die Steuervorteile beider Konzerne auf mehr als 13,7 Milliarden US-Dollar.
Hintergrund: Die alternative Mindeststeuer für Unternehmen
Die alternative Mindeststeuer für Unternehmen – auf Englisch „Corporate Alternative Minimum Tax" (CAMT) – wurde von den Demokraten konzipiert, um sicherzustellen, dass große und profitable Unternehmen mindestens 15 Prozent Steuern zahlen. Ziel war es, Steuervermeidungsstrategien großer Konzerne einzudämmen, die trotz hoher Gewinne kaum Steuern zahlten.
Änderungen im US-Steuerrecht des vergangenen Jahres führten dazu, dass mehr Unternehmen dieser Mindeststeuer unterliegen. Dies traf insbesondere Technologie- und Halbleiterunternehmen, die hohe Forschungs- und Entwicklungsausgaben verbuchen.
Neue Leitlinien ändern Berechnung der Forschungsausgaben
Die im Februar 2025 von der Trump-Regierung veröffentlichten Leitlinien des Finanzministeriums ändern die Art und Weise, wie Unternehmen bestimmte Forschungsausgaben für die Zwecke der Mindeststeuer anrechnen dürfen. Diese Flexibilisierung ermöglicht es Unternehmen wie Meta und Qualcomm, ihre steuerliche Bemessungsgrundlage günstiger zu gestalten.
Für deutsche Anleger ist diese Entwicklung besonders relevant, da Meta und Qualcomm zu den meistgehandelten US-Technologieaktien an deutschen Börsen zählen. Steuervorteile in dieser Größenordnung können die ausgewiesenen Gewinne und damit auch die Bewertungskennzahlen der Unternehmen spürbar beeinflussen.
Die Entscheidung des US-Finanzministeriums zeigt, wie stark regulatorische und steuerrechtliche Änderungen die Ergebnisse großer Technologiekonzerne beeinflussen können. Anleger sollten bei der Analyse der Quartalsergebnisse zwischen operativen Ergebnissen und einmaligen steuerlichen Sondereffekten unterscheiden.
