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Meta und Alexandr Wang: Zuckerberg muss KI-Investition nun monetarisieren

Nach einer 14-Milliarden-Dollar-Investition in Scale AI und das neue Modell Muse Spark steht Meta unter Druck der Wall Street.

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Meta und Alexandr Wang: Zuckerberg muss KI-Investition nun monetarisieren

Ein Jahr nach der milliardenschweren Neuausrichtung seiner KI-Strategie ist Meta zumindest wieder auf der KI-Landkarte präsent – doch der Rückstand auf die Konkurrenz bleibt erheblich. Gegenüber OpenAI, Anthropic und Google liegt das Unternehmen von Mark Zuckerberg weiterhin deutlich zurück. Die entscheidende Frage lautet nun: Kann Meta aus seiner teuren KI-Offensive auch echtes Geld machen?

Der Ausgangspunkt war ein strategischer Kurswechsel, den Branchenexperten im Nachhinein als Fehler einordnen. Meta war mit seiner Llama-Modellfamilie auf einen Open-Source-Ansatz gesetzt, der Entwicklern freies Experimentieren ermöglichte – während Wettbewerber für den Zugang zu ihren Modellen Gebühren verlangten. Als die Veröffentlichung von Llama 4 im April des vergangenen Jahres hinter den Erwartungen zurückblieb und Entwickler nicht überzeugen konnte, begann Zuckerberg, den gesamten KI-Ansatz seines Unternehmens zu hinterfragen.

Die 14-Milliarden-Dollar-Wette auf Alexandr Wang

Zwei Monate nach dem Llama-4-Rückschlag sorgte Zuckerberg mit einer spektakulären Ankündigung für Aufsehen in der Tech-Welt: Meta investierte 14,3 Milliarden Dollar für rund die Hälfte von Scale AI. Noch wichtiger als die Beteiligung selbst war jedoch die Abwerbung von Scale-AI-Gründer Alexandr Wang und seinen engsten Mitarbeitern. Wang übernahm die Leitung der neu gegründeten Einheit „Meta Superintelligence Labs" – mit dem klaren Auftrag, dem Unternehmen in der gefragtesten Nische der Technologiebranche mehr Strahlkraft zu verleihen.

Wangs bislang größte Errungenschaft bei Meta ist die Einführung des KI-Modells Muse Spark im April dieses Jahres. Dies markiert Metas ersten Schritt hin zu proprietären Basismodellen und weg von der strikten Open-Source-Strategie – oder „Open Weight", wie es in der KI-Branche häufiger bezeichnet wird. Das neue Modell wurde laut Analyst Thomas Randall bewusst so konzipiert, dass es sich nahtlos in Metas eigene Apps wie Facebook und Instagram sowie in KI-gestützte Geräte wie die Ray-Ban-Meta-Brillen integrieren lässt. Statt auf externe Drittentwickler zu setzen, steht nun das eigene Ökosystem im Mittelpunkt.

Wall Street zeigt sich unbeeindruckt

Trotz dieser Entwicklungen reagiert die Wall Street bislang verhalten. Die Meta-Aktie ist in den vergangenen zwölf Monaten um 18 Prozent gefallen und gehört damit – gemeinsam mit Microsoft, das ebenfalls mit KI-Herausforderungen kämpft – zu den schwächsten Titeln unter den sogenannten Megacaps. Das ist bemerkenswert, denn im ersten Quartal meldete Meta ein Umsatzwachstum von 33 Prozent – die schnellste Expansionsrate für einen Berichtszeitraum seit dem Jahr 2021.

Der Kern des Problems liegt in der strategischen Neuausrichtung selbst: Bisher nutzte Meta KI vor allem zur Verbesserung und Stärkung seines Kerngeschäfts mit Werbeanzeigen. Nun muss Zuckerberg beweisen, dass das Unternehmen auch zahlende Nutzer für seine KI-Tools gewinnen kann – ein grundlegend anderes Geschäftsmodell. Gelingt dieser Nachweis nicht, dürfte der Druck der Investoren weiter steigen.

Für deutsche Anleger und Beobachter des Tech-Sektors ist die Entwicklung bei Meta ein anschauliches Beispiel dafür, wie kostspielig und riskant der Einstieg in das KI-Rennen sein kann – selbst für einen der wertvollsten Konzerne der Welt. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob Zuckerbergs milliardenschwere Wette auf Wang und Muse Spark aufgeht.

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