Meta entwickelt mit Chinas Fourier humanoiden Roboter Max für Haushalt
Meta Platforms hat mit dem chinesischen Robotik-Startup Fourier einen humanoiden Roboter-Prototypen entwickelt und arbeitet bereits an einer zweiten Version.

Meta Platforms hat gemeinsam mit dem chinesischen Robotik-Startup Fourier einen Prototypen eines humanoiden Roboters entwickelt. Wie das US-Tech-Magazin The Information am Samstag berichtete, arbeitet das Unternehmen hinter Facebook bereits an einer zweiten Version. Damit verstärkt Meta seine Anstrengungen, künstliche Intelligenz in alltägliche Haushaltsaufgaben zu integrieren.
Der intern als "Max" bezeichnete Prototyp wiegt rund 106 Pfund und wurde von den beiden Unternehmen in etwa drei Monaten konstruiert. Das berichtet The Information unter Berufung auf informierte Personen. Mit einer Höhe von etwa 1,5 Metern nutzt der Roboter den Jetson-Thor-Chip von Nvidia und verfügt über ein Display zur Mimikwiedergabe, eingebaute Lautsprecher sowie Hände mit fünf Fingern, die für den Umgang mit kleinen Objekten ausgelegt sind.
Meta teilte The Information mit, dass die Arbeit mit Fourier ausschließlich internen Forschungs- und Experimentierzwecken diene. Pläne zum Verkauf der Einheiten bestehen demnach nicht. Der Prototyp ist damit kein Produkt für den Markt, sondern Teil der Forschungsarbeit des Konzerns.
Das Robotik-Team von Meta reiste für die Zusammenarbeit nach China
Für das Projekt reiste das Robotik-Team von Meta nach China, um vor Ort mit Fourier zusammenzuarbeiten. Li-Chen Miller, Vizepräsidentin für Produktentwicklung im Bereich Robotik bei Meta, verbrachte fast zwei Monate in der Shanghai-Fabrik des Startups. Max wurde einigen Meta-Mitarbeitern Ende August auf einem internen Robotik-Gipfel vorgestellt.
Im September begannen die beiden Unternehmen mit der Entwicklung eines zweiten Prototyps namens Max 2. Die aktualisierte Version soll laut Bericht einen neu gestalteten Rumpf, verbesserte Greifhände, einen Projektor sowie zusätzliche Sensoren zur Navigation auf Treppen aufweisen. Damit reagiert das Projekt auf technische Anforderungen, die über die reine Fortbewegung hinausgehen.
Meta betrachtet humanoide Roboter als potenzielle physische Erweiterung seines KI-Agenten Muse. Das langfristige Ziel besteht darin, Maschinen zu entwickeln, die bei Haushaltsaufgaben assistieren können. Zudem hat das Unternehmen seine Robotik-Kapazitäten durch die Übernahme des Startups Assured Robot Intelligence im Mai gestärkt. Dieses entwickelt KI-Modelle, die Robotern helfen, menschliches Verhalten zu verstehen und sich daran anzupassen.
Bereits am 01.06.2026 berichtete aktien.news über Nvidias Robotik-Partnerschaft
Bereits am 01.06.2026 berichtete aktien.news, dass Nvidia den chinesischen Hersteller humanoider Roboter Unitree als ersten Partner für ein neues Robotiksystem ausgewählt hat. Das System kombiniert den knapp 1,80 Meter großen humanoiden Roboter H2 von Unitree mit Nvidias Jetson-Thor-Hardware, die den Blackwell-Grafikprozessor für KI-Funktionen direkt auf dem Gerät enthält. Zu den ersten Abnehmern zählen das Stanford Robotics Center, die ETH Zürich, das Ai2 in Seattle sowie das Advanced Robotics and Controls Laboratory der UC San Diego. Der Jetson-Thor-Chip von Nvidia spielt damit auch bei Metas Prototyp Max eine zentrale Rolle.
Am 25.09.2026 berichtete aktien.news über Produktionsprobleme bei Tesla. Demnach hat sich die komplexe mechanische Struktur der Roboterhände des Optimus zu einem primären Engpass in der Fertigung entwickelt. Tesla habe seine Produktion zwar von mehreren Dutzend Einheiten pro Woche im zweiten Quartal auf mehrere Hundert gesteigert, doch eine zuverlässige Skalierung erweise sich als schwierig. Das zeigt, dass ausgereifte Greifhände eine der größten technischen Hürden der Branche sind – ein Punkt, den Meta bei Max 2 mit verbesserten Greifhänden adressiert.
Am 27.04.2026 berichtete aktien.news, dass die chinesischen Regulierungsbehörden die milliardenschwere Übernahme des KI-Start-ups Manus durch Meta blockiert haben. Die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission in Peking untersagte ausländische Investitionen in das Geschäft und forderte die beteiligten Parteien auf, die Übernahmetransaktion zurückzuziehen. Meta hatte die Transaktion Ende Dezember bekanntgegeben, als der Deal auf rund 2 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde. Vor diesem Hintergrund ist die Zusammenarbeit mit Fourier bemerkenswert: Sie erfolgt als Forschungskooperation und nicht als Übernahme.
Am 24.09.2026 berichtete aktien.news, dass die chinesischen Robotik-Aktien stiegen, nachdem Tesla-Chef Elon Musk gegenüber der China Media Group prognostiziert hatte, die Anzahl der humanoiden Roboter weltweit werde in zehn Jahren mindestens eine Milliarde Einheiten erreichen. Musk erwartet zudem, dass Privatpersonen zunehmend über eigene persönliche Roboter verfügen, um Haushalts- und Alltagsaufgaben zu erledigen. Meta bewegt sich mit seinem Vorstoß in den Haushaltsbereich damit in einem Feld, dem Marktbeobachter langfristig erhebliches Wachstum zutrauen.
Für Anleger steht die Einordnung als Forschungsprojekt im Vordergrund
Für deutsche Privatanleger ist wichtig: Meta hat klargestellt, dass die Arbeit mit Fourier ausschließlich internen Forschungs- und Experimentierzwecken dient und keine Pläne zum Verkauf der Einheiten bestehen. Der Prototyp Max ist damit kein Produkt, das kurzfristig Umsätze generieren soll. Die Aktie von Meta Platforms wird an der NASDAQ unter dem Kürzel META gehandelt.
Die Robotik-Aktivitäten sind Teil einer breiteren Strategie, KI-Agenten wie Muse um eine physische Komponente zu erweitern. Die Übernahme von Assured Robot Intelligence im Mai unterstreicht, dass Meta hier langfristig Kapazitäten aufbaut. Anleger sollten die Berichterstattung daher als strategischen Ausblick verstehen, nicht als kurzfristigen Umsatz- oder Gewinntreiber.
Meta will im September mit der Entwicklung von Max 2 vorangekommen sein
Konkrete Termine nennt der Bericht nur wenige: Max wurde Ende August intern vorgestellt, im September begannen die Arbeiten an Max 2. Weitere Zeitpläne, Markteinführungen oder Verkaufsziele werden im Quelltext nicht genannt. Meta hat sich zu den Angaben von The Information nicht mit eigenen Details geäußert, außer dem Hinweis auf den rein internen Forschungscharakter.
Beobachter der Robotikbranche verfolgen derzeit mehrere parallele Entwicklungen: Nvidias Partnerschaft mit Unitree, Teslas Optimus-Produktion und nun Metas Zusammenarbeit mit Fourier. Der Jetson-Thor-Chip von Nvidia taucht dabei in mehreren dieser Projekte auf und etabliert sich als eine Art Standardplattform für humanoide Roboter.
Diese drei Fachbegriffe helfen beim Verständnis des Robotik-Projekts
- Humanoider Roboter: Eine Maschine mit menschenähnlichem Körperbau, die für Aufgaben in menschlicher Umgebung konstruiert wird.
- KI-Agent: Ein Software-System, das eigenständig Aufgaben ausführt und Entscheidungen trifft; Meta entwickelt mit Muse einen solchen Agenten.
- Jetson Thor: Eine Hardware-Plattform von Nvidia, die KI-Berechnungen direkt auf dem Gerät ermöglicht.
