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Mercedes stoppt Level-3-Autopilot in neuer S-Klasse

Mercedes-Benz zieht die Notbremse beim autonomen Fahren. In der kommenden S-Klasse wird das hochautomatisierte Level-3-System vorerst nicht verfügbar sein. Hohe Kosten und mangelnde Nachfrage zwingen den Stuttgarter Konzern zum Strategiewechsel.

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Mercedes stoppt Level-3-Autopilot in neuer S-Klasse

Der Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz vollzieht eine strategische Kehrtwende beim autonomen Fahren. Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, wird die neue S-Klasse ohne das hochautomatisierte Level-3-Fahrsystem auf den Markt kommen. Die offizielle Präsentation der überarbeiteten Oberklasselimousine ist für Ende Januar geplant.

Fokus auf konventionelle Fahrassistenten

Statt auf freihändiges Fahren setzt Mercedes künftig zunächst auf klassische Assistenzsysteme. Bei diesen muss der Fahrer durchgehend aufmerksam bleiben und jederzeit eingreifen können. Der Grund für den Rückzieher: Die Produktionskosten für Level-3-Technologie stehen in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zur tatsächlichen Kundennachfrage.

Mercedes-Chef Ola Källenius lässt die Tür für die Zukunft aber offen. Laut Handelsblatt plant der Konzern, die Technologie weiterzuentwickeln und in kommenden Modellgenerationen wieder anzubieten. Die Vision: Kunden sollen künftig sowohl im Stadtverkehr als auch auf Autobahnen vollautomatisiert fahren können.

Ford geht den entgegengesetzten Weg

Der amerikanische Konkurrent Ford schlägt einen anderen Kurs ein. Der Detroiter Konzern kündigte erst vergangene Woche an, 2028 ein Level-3-System auf den Markt zu bringen. Kunden müssen für diese Technologie allerdings einen Aufpreis zahlen, dessen Höhe Ford noch nicht beziffert hat.

Die fünf Stufen des autonomen Fahrens

Die Autoindustrie unterscheidet beim automatisierten Fahren fünf SAE-Level. Level 1 umfasst Basisfunktionen wie Tempomat oder Spurhalteassistent. Bei Level 2 steuert das System Lenkung, Gas und Bremse, der Fahrer muss aber permanent aufpassen.

Level 3 erlaubt dem Fahrer, sich in bestimmten Situationen abzuwenden, er muss jedoch eingreifbereit bleiben. Bei Level 4 agiert das Fahrzeug in definierten Bereichen völlig autonom. Level 5 bezeichnet die Vollautomatisierung ohne jeglichen menschlichen Eingriff.

Marktausblick für Investoren

Die unterschiedlichen Strategien von Mercedes und Ford zeigen die Unsicherheit in der Branche beim Thema autonomes Fahren. Während Mercedes auf Wirtschaftlichkeit setzt, wagt Ford den Vorstoß in einen potenziellen Zukunftsmarkt. Für Anleger bleibt abzuwarten, welcher Ansatz sich langfristig auszahlt. Die hohen Entwicklungskosten belasten zunächst beide Konzerne, ohne dass kurzfristig signifikante Umsätze zu erwarten sind.

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