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Mercedes plant drastische Sparmaßnahmen im Konzern

Kürzungen bei Sonderzahlungen, Outsourcing und möglicher Stellenabbau sorgen für Unruhe

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Mercedes plant drastische Sparmaßnahmen im Konzern

Bei Mercedes-Benz sind Einzelheiten zu einem geplanten Sparprogramm bekannt geworden. In einer internen E-Mail an die Belegschaft hat der Betriebsrat der Konzernzentrale am Donnerstag die Beschäftigten über die Forderungen der Unternehmensleitung informiert. Diese beinhalten unter anderem Kürzungen bei der Ergebnisbeteiligung, den Jubiläumszuwendungen und der geplanten Tariferhöhung. Zudem wünscht sich der Vorstand größere Flexibilität in der Produktion.

Ein weiterer Punkt betrifft die Vereinheitlichung von Urlaubstagen an Heiligabend und Silvester. Während an manchen Standorten bislang nur ein halber Urlaubstag erforderlich ist, müssen Beschäftigte an anderen Standorten jeweils einen ganzen Tag Urlaub nehmen. Künftig sollen alle Mitarbeiter für diese beiden Tage jeweils einen ganzen Urlaubstag einsetzen. Dies war bereits Ende Januar thematisiert worden.

Darüber hinaus sollen zentrale Unternehmensfunktionen ausgelagert werden, um Kosten zu senken. Auch die tarifliche Sonderzahlung, das sogenannte T-Zug, steht zur Disposition. Beschäftigte in tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie können derzeit zwischen einer finanziellen Leistung oder bis zu acht zusätzlichen freien Tagen im Jahr wählen, sofern sie im Schichtbetrieb arbeiten, Kinder betreuen oder Angehörige pflegen. Künftig soll es nach dem Willen des Unternehmens ausschließlich die Möglichkeit der zusätzlichen freien Tage geben.

Auch ein Stellenabbau ist Bestandteil der Überlegungen. Konkrete Beschlüsse sind bislang jedoch nicht gefasst worden. Der Betriebsrat hat bereits Widerstand angekündigt. In der Mitteilung an die Belegschaft bezeichnete er die Sparvorschläge als „Horrorliste“, die man nicht akzeptieren werde. Fehlentscheidungen des Managements dürften nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Stattdessen fordern die Arbeitnehmervertreter eine klare Wachstumsstrategie und wettbewerbsfähige Fahrzeuge.

Der Betriebsrat sieht die kommenden Jahre als herausfordernd an, insbesondere mit Blick auf die schwächelnde Nachfrage in China. Er kündigte mögliche Protestaktionen an, falls die Verhandlungen nicht den Erwartungen entsprechen sollten. Die Belegschaft stehe geschlossen hinter den Arbeitnehmervertretern.

Der Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen ist bei Mercedes bis 2030 vertraglich geregelt. Der Betriebsrat fordert nun eine Verlängerung dieser Vereinbarung bis 2035, um langfristige Perspektiven für die deutschen Standorte zu schaffen. Verhandelt wird derzeit im Bildungszentrum Lämmerbuckel auf der Schwäbischen Alb. Eine Einigung ist bislang nicht in Sicht. Entscheidungen werden vor der Bilanzpressekonferenz am 20. Februar nicht erwartet.

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