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Mercedes kämpft mit Gewinneinbruch und Absatzrückgängen

Herausforderungen bei Elektroautos und S-Klasse, schwächelnder Markt in China belastet

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Mercedes kämpft mit Gewinneinbruch und Absatzrückgängen

Mercedes-Benz hat im zweiten Quartal erhebliche Rückschläge verzeichnet. Der Stuttgarter DAX-Konzern meldete einen deutlichen Rückgang des operativen Ergebnisses, das um rund ein Fünftel auf vier Milliarden Euro gesunken ist. Besonders stark betroffen war die Pkw-Division, die einen Einbruch von 28,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum hinnehmen musste. Trotz einer leicht verbesserten bereinigten Rendite von 10,2 Prozent gegenüber dem ersten Quartal, wurden die Jahresziele nach unten korrigiert.

Der Mercedes-Chef Ola Källenius betonte, dass das Unternehmen trotz der rückläufigen Verkaufszahlen die hohen Preise für seine Produkte verteidigen wolle. Er hofft auf eine Verbesserung des Absatzes und des Modellmixes in der zweiten Jahreshälfte, unterstützt durch neue Markteinführungen im Top-End-Segment. Doch das Marktumfeld bleibt herausfordernd, insbesondere aufgrund hoher Zinssätze und starkem Wettbewerb, was auch die Finanzdienstleistungssparte Mobility betrifft. Für das Gesamtjahr 2024 wird eine Eigenkapitalrendite von nur 8,5 bis 9,5 Prozent erwartet, während zuvor bis zu zwölf Prozent angestrebt wurden.

Ein Lichtblick für Mercedes ist das Van-Geschäft, wo die Erwartungen nach oben korrigiert wurden. Der Konzern rechnet nun mit einer bereinigten Umsatzrendite von 14 bis 15 Prozent in diesem Segment. Die Pkw- und Vans-Verkäufe sanken insgesamt um sechs Prozent im zweiten Quartal, wobei insbesondere die Elektromodelle und der Luxusbereich betroffen waren. Der Absatz der S-Klasse und anderer Top-End-Vehicles fiel um 17 Prozent. Der durchschnittliche Verkaufspreis eines Mercedes-Neuwagens sank um vier Prozent auf 70.900 Euro.

Die Verkäufe von Elektroautos gingen ebenfalls zurück. Mercedes verkaufte 45.800 rein elektrische Fahrzeuge, was einem Rückgang von rund einem Viertel im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Anteil der Batterieautos an den Neuwagenverkäufen sank auf unter zehn Prozent. Dies führte zu einer Revision der Ziele für die Elektrifizierung des Modellportfolios. Ursprünglich sollte der gesamte Mercedes-Absatz bis 2030 nahezu vollelektrisch sein, jetzt ist nur noch von der Hälfte die Rede.

Besonders problematisch ist der Absatz der S-Klasse, die als Erfolgsgarant von Mercedes gilt. Im ersten Halbjahr 2024 sanken die Verkäufe der S-Klasse weltweit um 25 Prozent. Potenzielle Kunden verlangen zunehmend Rabatte, und die aktuelle Generation, die 2020 auf den Markt kam, altert allmählich. Eine technische und optische Auffrischung ist erst für Mitte 2026 geplant, eine neue Generation nicht vor 2028.

Die Abhängigkeit von China, dem größten Absatzmarkt für das Modell, stellt ein weiteres Problem dar. Die Nachfrage in China, wo Mercedes weltweit jedes dritte Auto verkauft, schwächelt. Dies betrifft nicht nur Mercedes, sondern auch andere europäische Hersteller von Luxusgütern. Finanzinvestoren bevorzugen zunehmend Unternehmen, die stark in Nordamerika vertreten sind, während Mercedes wie kaum ein anderer westlicher Autohersteller von China abhängig ist. Der Konzern erzielte in guten Jahren mit chinesischen Kunden bis zu die Hälfte seines Nettogewinns.

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