Mercedes kämpft mit Absatzrückgang und Nachfrageproblemen
Elektroautos, China-Krise und schwache Märkte belasten die Verkaufszahlen deutlich

Der deutsche Premiumhersteller Mercedes-Benz sieht sich mit einer rückläufigen Nachfrage konfrontiert. Im Jahr 2024 setzte das Unternehmen insgesamt 1,98 Millionen Fahrzeuge ab, was einem Rückgang von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Insbesondere in China, einem wichtigen Markt, zeigte sich eine schwache Nachfrage nach Spitzenmodellen und Elektroautos. Auch in Europa gab es einen Absatzrückgang, der durch Wachstum in Nordamerika nicht ausgeglichen werden konnte.
Die schwache Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und die Marktbedingungen in China wurden von Mercedes als Hauptgründe für die rückläufigen Verkaufszahlen genannt. Zusätzlich wirkte sich die Krise am chinesischen Immobilienmarkt negativ auf die Kaufbereitschaft wohlhabender Kunden aus. Im Segment der Top-End-Modelle verkaufte das Unternehmen 281.500 Fahrzeuge, was einem Rückgang von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Ähnliche Entwicklungen zeigten sich auch bei den Einstiegsmodellen, während die Mittelklassefahrzeuge einen leichten Aufwärtstrend verzeichneten.
Die Van-Sparte von Mercedes war ebenfalls betroffen, mit einem Absatzrückgang von neun Prozent auf 405.600 Fahrzeuge. Der Rückgang wurde unter anderem durch das Abflauen der Nachfrage nach Wohnmobilen nach der Corona-Sonderkonjunktur begründet. Parallel dazu verzeichnete auch die Nutzfahrzeugtochter von Volkswagen einen Rückgang um 1.100 Fahrzeuge auf 408.300 Einheiten, bedingt durch Produktionsumstellungen und eine verzögerte Markteinführung neuer Modelle. Dennoch konnte die Nachfrage nach dem elektrischen ID.Buzz gesteigert werden, mit einem um 70 Prozent höheren Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr.
Der Absatz von Elektrofahrzeugen bleibt eine große Herausforderung für Mercedes-Benz. Im vergangenen Jahr verkaufte der Konzern lediglich 185.100 vollelektrische Pkw, was einem Rückgang von 23 Prozent entspricht. Um die strengen CO2-Vorgaben in Europa einzuhalten, hat Mercedes strategische Partnerschaften mit anderen Herstellern wie Volvo und Polestar gebildet, um die Emissionswerte auszugleichen. Trotzdem sieht sich das Unternehmen gezwungen, seine mittelfristigen Renditeziele anzupassen. Für das Jahr 2024 wird nur noch eine Marge von 7,5 bis 8,5 Prozent prognostiziert, was unter den ursprünglich anvisierten Werten liegt.
Auch für 2025 erwartet Mercedes ein schwieriges Marktumfeld. Der Münchener Wettbewerber BMW wird seine Absatzzahlen in Kürze veröffentlichen und könnte in der Elektromobilität besser abgeschnitten haben. Trotz eines leichten Absatzrückgangs bei BMW betonte deren Vorstandsvorsitzender Oliver Zipse, dass die CO2-Vorgaben der EU aus eigener Kraft erfüllt werden könnten.
