Mercedes Gewinn bricht stark ein
US-Zölle und schwaches China-Geschäft belasten Ergebnis deutlich

Der Gewinn von Mercedes-Benz ist im zweiten Quartal 2025 um 69 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen und erreichte lediglich 957 Millionen Euro. Hauptursache für diesen drastischen Rückgang sind stark gestiegene US-Importzölle sowie ein schwaches China-Geschäft. Bereits im ersten Halbjahr schrumpfte das Konzernergebnis um 55,8 Prozent von rund 6,1 Milliarden Euro auf etwa 2,7 Milliarden Euro. Mercedes-Benz führte die Entwicklung auf mehrere Faktoren zurück, darunter die höheren Zölle, geringere Absatzzahlen sowie Aufwendungen für Sparmaßnahmen.
Seit April gelten für Autoimporte in die USA deutlich höhere Zölle, etwa auf die Luxuslimousine S-Klasse, mit einem Satz von 27,5 Prozent statt zuvor 2,5 Prozent. Mercedes verzichtete darauf, diese Kosten vollständig an die Kunden weiterzugeben, was die Gewinnmarge deutlich belastete. Die Umsatzrendite im Pkw-Geschäft halbierte sich auf 5,1 Prozent, ohne die Zölle hätte sie bei 6,6 Prozent gelegen. Allein der Zolleffekt bei den Pkw kostete den Konzern demnach rund 360 Millionen Euro. Neben den Zöllen wirkte sich auch der Rückgang der Fahrzeugverkäufe negativ aus: Von April bis Juni verkaufte Mercedes knapp 454.000 Fahrzeuge, neun Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Der Absatzrückgang war vor allem in China mit einem Minus von 19 Prozent besonders stark ausgeprägt. Dort verschärft sich der Wettbewerb im Elektrofahrzeugsegment, in dem Mercedes im Kompaktbereich bislang keine Angebote vorweisen kann. Zudem beeinträchtigt die allgemeine Konjunkturflaute die Nachfrage nach Luxusgütern, wozu auch die Fahrzeuge von Mercedes zählen. Der Umsatz des Konzerns fiel im ersten Halbjahr um 8,6 Prozent von 72,6 Milliarden Euro auf rund 66,4 Milliarden Euro, das operative Ergebnis (Ebit) sank um etwa 55 Prozent auf rund 3,6 Milliarden Euro.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen hat Mercedes-Benz den Jahresausblick angepasst. Nach einer Einigung zwischen der EU und den USA auf einen Einfuhrzoll von 15 Prozent ab August erwartet der Konzern eine deutlich geringere Ertragskraft als ursprünglich prognostiziert. Die bereinigte Rendite soll nun bei vier bis sechs Prozent liegen, nach acht Prozent im Vorjahr. Der Zolleffekt schlägt mit geschätzten 1,5 Prozentpunkten auf die Marge durch. Der Pkw-Absatz wird voraussichtlich auf etwa 1,8 Millionen Fahrzeuge sinken.
Um die Profitabilität zu verbessern, hatte der Vorstand bereits im Februar ein umfassendes Sparprogramm gestartet, das bis 2027 Einsparungen von fünf Milliarden Euro pro Jahr vorsieht. Dies beinhaltet auch den Abbau tausender Stellen und umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen. Im zweiten Quartal fielen dafür Restrukturierungskosten in Höhe von 560 Millionen Euro an. Zudem sollen Produktions- und Fixkosten sowie Materialaufwendungen deutlich gesenkt werden. Ziel ist es, die Produktionskosten bis 2027 um zehn Prozent zu reduzieren, um die Wettbewerbsfähigkeit trotz der herausfordernden Marktbedingungen zu sichern.
