Mercedes-Benz verzeichnet massiven Gewinneinbruch
Hohe Restrukturierungskosten und Absatzrückgang in China belasten das dritte Quartal

Der deutsche Automobilhersteller Mercedes-Benz Group AG hat im dritten Quartal einen deutlichen Rückgang seines operativen Gewinns verzeichnet. Wie das Unternehmen mitteilte, sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Zeitraum von Juli bis September auf 750 Millionen Euro, was einem Rückgang von rund 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht. Hauptgrund für den Gewinneinbruch waren hohe Sonderkosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro im Zusammenhang mit einem laufenden Stellenabbau.
Bereinigt um Einmaleffekte in Höhe von 1,3 Milliarden Euro, die vor allem auf Restrukturierungskosten zurückzuführen sind, fiel der Rückgang weniger stark aus. Das bereinigte operative Ergebnis belief sich auf 2,1 Milliarden Euro, ein Minus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Der Konzern hatte bereits im April ein freiwilliges Abfindungsprogramm in Deutschland gestartet, um die Personalkosten langfristig zu senken. Insgesamt beliefen sich die Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen im dritten Quartal auf 876 Millionen Euro, nach 560 Millionen Euro im vorangegangenen Quartal.
Trotz des schwachen Quartalsergebnisses hält Mercedes-Benz an seiner Jahresprognose fest. Das Management sprach jedoch von einem „dynamischen“ Marktumfeld und kündigte an, die begonnenen Effizienzmaßnahmen konsequent fortzusetzen. Ziel ist es, bis 2027 weltweit fünf Milliarden Euro einzusparen.
Die Herausforderungen für den Konzern sind vielfältig. In den Vereinigten Staaten belasten Zölle das Geschäft, während in China die Nachfrage unter einem intensiven Preiskampf leidet, der von einheimischen Herstellern angeführt wird. Der Absatz von Mercedes-Fahrzeugen in China ging im dritten Quartal um 27 Prozent zurück. Zudem setzt die Umstellung auf emissionsärmere und elektrische Fahrzeuge die Margen in Europa weiter unter Druck.
Mercedes-Benz sieht sich damit in seinen wichtigsten Märkten gleichzeitig mit strukturellen Veränderungen, politischem Druck und hartem Wettbewerb konfrontiert. Der Konzern betont jedoch, dass die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen notwendig seien, um die Profitabilität langfristig zu sichern und die Transformation hin zur Elektromobilität zu bewältigen.
