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Mercedes-Benz-Aktie: Was Citi für eine Neubewertung sieht

Citi sieht bei Mercedes-Benz eine Deep-Value-Gelegenheit – trotz „Neutral"-Rating skizzieren Analysten ein klassisches Kaufszenario.

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Mercedes-Benz-Aktie: Was Citi für eine Neubewertung sieht

Die Aktie der Mercedes-Benz Group hat Tiefststände erreicht, die außerhalb der COVID-Pandemie in diesem Jahrzehnt nicht mehr verzeichnet wurden. Analysten der Citi haben nach Roadshows mit dem Management in New York eine detaillierte Research-Note veröffentlicht, in der sie die zunehmende Entkopplung der Marktbewertung von den operativen Fundamentaldaten des Stuttgarter Luxusautoherstellers analysieren.

Die aktuelle Marktkapitalisierung entspricht laut Citi in etwa der Nettocash-Position von 30 Milliarden Euro (rund 32,7 Milliarden US-Dollar) zuzüglich der Beteiligung am Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck Holding AG. Das bedeutet: Der Markt bewertet die Kernsparte Pkw sowie den Finanzdienstleistungsarm – der allein über ein Eigenkapital von rund 13 Milliarden Euro verfügt – faktisch mit null. Für die Citi-Analysten ist das ein klares Signal für eine potenzielle Deep-Value-Gelegenheit.

Vier Hauptsorgen belasten den Kurs

Trotz eines beibehaltenen „Neutral"-Ratings skizziert die Citi ein „klassisches Value-Kaufszenario", sobald der kurzfristige Gegenwind nachlässt. Die Analysten identifizieren vier zentrale Belastungsfaktoren, die Investoren derzeit beschäftigen:

Marktanteilsverluste in China:

Die Citi stellt infrage, ob die Marktangst übertrieben ist – Mercedes-Benz verzichtet bewusst darauf, im chinesischen Preiskrieg unprofitablen Marktanteilen hinterherzujagen. -

Chinesische E-Auto-Konkurrenz in Europa:

Mit über hundertjähriger Markentradition, durchschnittlichen Verkaufspreisen von rund 70.000 Euro und soliden Restwerten sieht die Citi den europäischen Gewinnpool als widerstandsfähig gegenüber chinesischen Rivalen. -

US-Zölle:

Mögliche Margenbelastungen durch US-Zölle seien bereits vollständig in den EBIT-Margen der Mercedes-Benz Cars-Sparte eingepreist, was das Risiko weiterer negativer Überraschungen reduziere. -

Übergang zur Elektromobilität:

Die Kosten für den BEV-Übergang haben das Kapital belastet, doch der Absatz elektrischer Mercedes-Modelle in Europa beschleunigt sich, und der Höhepunkt der Investitionsausgaben für die nächste BEV-Plattformgeneration liegt nun hinter dem Unternehmen.

Investoren bewerten europäische Automobilhersteller derzeit nach dem Motto „alles außer Auto" und priorisieren kurzfristige Gewinnvorsicht gegenüber der zugrunde liegenden Substanz. Die Citi hält dagegen: Mercedes-Benz verfüge über strukturelle Puffer, die die Cash-Generierung selbst im Tiefpunkt ungewöhnlich widerstandsfähig machten.

Kostensenkungen und Produktoffensive als Katalysatoren

Die Citi schätzt, dass Mercedes-Benz rund 4 Milliarden Euro an fixen und variablen Kosten einspart. Unterstützt wird dies durch Kapazitätsschließungen in Deutschland und China sowie Produktionsverlagerungen nach Ungarn. Parallel dazu bereitet der Konzern eine umfangreiche globale Produktoffensive vor – darunter aktualisierte GLS- und GLE-SUVs, ein neuer V8-Verbrennungsmotor sowie mehrere neue BEV-Modelle. Diese sollen den Absatz und den Produktmix bis in die Geschäftsjahre 2027 und 2028 stützen.

Selbst unter der Annahme von „Tiefpunkt"-Margen für das Geschäftsjahr 2026 erwartet die Citi einen bereinigten Free Cashflow von rund 4 Milliarden Euro. Dieser soll jährliche Gesamtausschüttungen an die Aktionäre von etwa 6 Milliarden Euro unterstützen – einschließlich Aktienrückkäufen im Umfang von 4 bis 5 Prozent.

Darüber hinaus betonen die Analysten, dass Nicht-Automobil-Assets wie Daimler Truck, Mercedes-Benz Vans und Mercedes-Benz Financial Services eine solide Kapitalbasis bilden, die den Konzern gegen klassische Risiken der Automobilfertigung absichert. Vorerst bleibt die Citi bei ihrem „Neutral"-Rating und verweist darauf, dass Momentum-Investoren angesichts anhaltender Risiken in der zweiten Jahreshälfte – darunter steigende Rohstoffkosten und globaler Preisdruck – wohl auf mehr Klarheit bei den Margen für 2026 warten werden.

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