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Mehr Tierwohl beim Fleisch im Supermarkt

Kennzeichnung, Marktanteile und Veränderungen in der Haltung von Geflügel, Schwein und Rind

2 Min
Mehr Tierwohl beim Fleisch im Supermarkt

Der deutsche Einzelhandel bietet zunehmend Fleisch an, das unter besseren Bedingungen produziert wurde. Diese Entwicklung ist eine Folge der Einführung einer Haltungskennzeichnung, die den Anteil von Fleisch aus Ställen mit nur gesetzlichen Mindestanforderungen reduziert hat. Laut einer Mitteilung auf der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin gibt es jedoch Unterschiede zwischen den Tierarten. Beispielsweise wird Hähnchen- und Putenfleisch im Kühlregal fast ausschließlich aus Haltungsform 2 angeboten. Hier liegt der Anteil bei 89,8 Prozent für Hähnchen und 91,5 Prozent für Puten. In den höheren Stufen 3 und 4 befinden sich jeweils rund fünf Prozent des Hähnchenfleisches.

Bei Schweinefleisch aus dem Selbstbedienungsbereich sind die Anteile der Haltungsstufen ebenfalls gestiegen. 2023 kamen nur noch 1,5 Prozent aus der untersten Stufe 1, verglichen mit 7,1 Prozent im Vorjahr. Der Großteil des Angebots, 90,5 Prozent, stammt nun aus Stufe 2. Auch die höheren Stufen verzeichneten Zuwächse, wobei Stufe 3 auf 2,6 Prozent und Stufe 4 auf 5,1 Prozent stieg. Im Gegensatz dazu wird Rindfleisch weiterhin größtenteils in Stufe 1 produziert. Obwohl der Anteil leicht von 77 Prozent im Jahr 2022 auf 75,6 Prozent im Jahr 2023 gesunken ist, dominiert diese Stufe weiterhin. Der Anteil von Rindfleisch aus den höheren Stufen 3 und 4 liegt bei 5,6 Prozent beziehungsweise 14,4 Prozent.

Die freiwillige Haltungskennzeichnung, die seit 2019 von Supermarktketten genutzt wird, unterscheidet derzeit vier Stufen, die anhand der Tierwohlanforderungen steigen. Dieses System wird aktuell auf fünf Stufen erweitert, um es an ein staatliches Logo anzupassen, das ab Sommer für Schweinefleisch verpflichtend wird. Hintergrund dieser Anpassungen ist die wachsende Beteiligung an der "Initiative Tierwohl", die seit zehn Jahren besteht. Im Rahmen dieses Programms erhalten teilnehmende Betriebe Preisaufschläge für höhere Tierwohlstandards. Dadurch werden bei Geflügel etwa 90 Prozent des Marktes abgedeckt, bei Schweinen rund 60 Prozent und bei Rindern 20 Prozent.

Diese Veränderungen gehen mit einem rückläufigen Fleischkonsum in Deutschland einher. Statistisch gesehen hat jede Person im vergangenen Jahr 51,6 Kilogramm Fleisch konsumiert, was einem historischen Tiefstand entspricht. Gleichzeitig boomt der Markt für pflanzliche Alternativen, was auf einen bewussteren Konsum hindeutet.

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