ANZEIGE

Medizinisches Cannabis lindert Angst und Depression bei Autismus

Studie aus Minnesota mit 1.800 Patienten zeigt deutliche Verbesserungen bei Angstzuständen, Depressionen und Schlafstörungen bei Autismus-Patienten.

•• 6 Min
Medizinisches Cannabis lindert Angst und Depression bei Autismus

Eine neue Studie staatlicher Behörden im US-Bundesstaat Minnesota kommt zu dem Ergebnis, dass medizinisches Cannabis Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) dabei helfen kann, Angstzustände und Depressionen zu lindern. An der Untersuchung nahmen 1.800 Patienten teil, die im medizinischen Cannabisprogramm des Bundesstaates registriert sind. Die Behörden bezeichnen die Arbeit als „eine der größten je dokumentierten Studien, die sich mit Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) und Patienten mit medizinischem Cannabis befasst“.

Im Mittelpunkt standen die Selbstauskünfte der Patienten. Von den 88 Prozent der Teilnehmer, die bei Programmstart moderate bis schwere Angstzustände berichteten, konnte mehr als die Hälfte – 57 Prozent – ihre Angst innerhalb von vier Monaten nach Beginn der Einnahme von medizinischem Cannabis um 30 Prozent oder mehr reduzieren. 67 Prozent dieser Gruppe hielten diese Reduktion für weitere vier Monate aufrecht, wie aus den Selbstauskunftsfragebögen hervorgeht.

Die Forscher betonen in ihrer Zusammenfassung, dass ein Teil der für ASD qualifizierten Patienten von klinisch bedeutsamen Verbesserungen verschiedener Symptome berichtet. Dazu zählen ausdrücklich Angstzustände, Depressionen und Schlafstörungen – Beschwerden, die in dieser Bevölkerungsgruppe häufig auftreten. Die Patienten seien in der Lage gewesen, Symptomlinderung zu erreichen und aufrechtzuerhalten, nachdem sie mit medizinischem Cannabis begonnen hatten.

Die Details

Neben den Angstzuständen erfasste die Studie weitere Symptombereiche. Die Patienten berichteten über ähnliche Verbesserungen bei gestörtem Schlaf (37,3 Prozent), Müdigkeit (34,4 Prozent) und Depressionswerten (41,3 Prozent). Die Angaben stammen aus Fragebögen zur Selbstauskunft, die im Rahmen des staatlichen Programms erhoben wurden.

Die Untersuchung fasst zudem Zitate von Patienten und Betreuern zusammen, die die von ihnen wahrgenommenen Vorteile beschreiben. Ein Patient erklärte: „Medizinisches Cannabis hat mir geholfen, mit so vielen Aspekten meiner Störung umzugehen. Vom Essen am Morgen ohne Übelkeit bis hin zur Ergänzung der Therapie und dergleichen.“ Ein weiterer berichtete: „Es fühlt sich an, als wäre meine autistische Angst etwas beruhigt. Es hilft mir, etwas besser zu schlafen. Dämpft den Schmerz der Depression ein wenig.“ Ein Betreuer beschrieb: „[Patient] scheint glücklicher zu sein, lächelt öfter und beteiligt sich leichter an Aktivitäten.“ Weitere Rückmeldungen nannten einen Rückgang aggressiven Verhaltens, einen Rückgang selbstverletzenden Verhaltens, deutlich besseren Schlaf, einen Rückgang der Krampfanfälle und besseren Appetit. Ein Patient hob hervor, medizinisches Cannabis habe sowohl soziale Ängste als auch die Angst am Arbeitsplatz gelindert und ihm ermöglicht, ein besserer Schüler, Freund und Mitarbeiter gegenüber Kollegen zu sein.

Eric Taubel, Executive Director des Office of Cannabis Management (OCM), sagte in einer Pressemitteilung: „Diese Studie demonstriert den Wert, Patienten zuzuhören und Daten aus der Praxis zu nutzen, um besser zu verstehen, wie medizinisches Cannabis die Lebensqualität verbessern kann.“ Die Ergebnisse seien ermutigend, insbesondere für Patienten, die unter Angstzuständen, Depressionen, Schlafschwierigkeiten und anderen Zuständen leiden, die mit Autismus einhergehen können. Während sich der Cannabis-Markt in Minnesota weiterentwickelt, helfe Forschung wie diese dabei, eine stärkere Evidenzbasis aufzubauen und fundierte Entscheidungen zu treffen, die Patienten und die öffentliche Gesundheit in den Vordergrund stellen.

Auch Daren Howard, geschäftsführender Direktor der Autism Society of Minnesota, äußerte sich positiv. Die Organisation sei „besonders ermutigt durch die Erkenntnisse, dass Patienten mit Autismus, die medizinisches Cannabis nutzen, über reduzierte Angstzustände und Depressionen berichten, da dies weit verbreitete Probleme in unserer Gemeinschaft sind“. Howard ergänzte: „Diese Studie stellt einen wichtigen Schritt dar, um die Öffentlichkeit sicher zu informieren und den Zugang zu unterstützenden Behandlungsoptionen zu erweitern.“

Die Forscher warnten jedoch vor einigen Einschränkungen der Studie. Da alle beteiligten Patienten medizinisches Cannabis nutzten, könne die Wirksamkeit der Symptomlinderung nicht mit einer Kontroll- oder Placebogruppe verglichen werden. Weitere Einschränkungen bestehen darin, dass Informationen über andere von den Patienten genutzte Medikamente und Behandlungen fehlten und viele Patienten unter 18 Jahre alt waren, wobei Eltern oder Betreuer die Fragebögen für sie ausfüllten.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 14.09.2026 berichtete aktien.news, dass eine neue Studie des Minnesota Office of Cannabis Management belegt, dass medizinisches Marihuana Krebspatienten signifikant helfen kann. Die am Freitag veröffentlichte Forschung galt als „eine der größten jemals durchgeführten Studien zur medizinischen Cannabistherapie“ und analysierte Daten von 6.621 Patienten, die im staatlichen Programm für medizinisches Cannabis registriert waren. Die Patienten bewerteten die Schwere ihrer Symptome bei der ersten Registrierung und dann zu verschiedenen Zeitpunkten während der Behandlung erneut. Die Ergebnisse zeigten deutliche Verbesserungen bei Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Angstzuständen und Depressionen sowie eine Verbesserung des Schlafs.

Am 18.04.2026 berichtete aktien.news über einen gegenläufigen Befund: Die bislang umfangreichste Untersuchung zu medizinischem Cannabis kam zu dem Ergebnis, dass Cannabis bei Angstzuständen, Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) nicht wirksam ist. Die in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlichte Studie der Universität Sydney analysierte 54 randomisierte kontrollierte Studien aus 45 Jahren (1980–2025) und galt damit als die größte ihrer Art weltweit. Besonders brisant war dieser Befund angesichts der Verbreitung des Konsums: Rund 27 Prozent der 16- bis 65-Jährigen in den USA und Kanada gaben an, Cannabis medizinisch zu nutzen; etwa die Hälfte davon nach eigenen Angaben zur Bewältigung psychischer Symptome.

Am 25.07.2026 meldete aktien.news, dass Georgias medizinisches Cannabis-Programm in wenigen Wochen die Marke von 40.000 registrierten Patienten überschritten hat. Seit Inkrafttreten der neuen Vorschriften am 1. Juli meldeten sich rund 4.700 neue Patienten an – ein Anstieg von fast 10 Prozent gegenüber dem Vorstand. Laut dem Nachrichtensender 11Alive stellte dies eine der stärksten Wachstumsphasen für medizinisches Marihuana in Georgia seit dem Programmstart im Jahr 2023 dar. Der Ausgangspunkt war denkbar niedrig: Im März 2025 zählte das Programm lediglich 34.500 registrierte Patienten bei einer Gesamtbevölkerung von 11,3 Millionen Menschen.

Was das für Anleger bedeutet

Die neue Minnesota-Studie reiht sich in eine Serie staatlich beauftragter Untersuchungen ein, die dem medizinischen Cannabis positive Effekte zuschreiben. Für Anleger im Cannabis-Sektor ist dabei wichtig, dass es sich um Beobachtungsdaten aus der Praxis handelt und nicht um randomisierte kontrollierte Studien. Die Forscher selbst weisen darauf hin, dass kein Vergleich mit einer Kontroll- oder Placebogruppe möglich ist. Der am 18.04.2026 dokumentierte Lancet-Befund zeigt zudem, dass die wissenschaftliche Evidenzlage nicht einheitlich ist und je nach Studiendesign und Indikation unterschiedlich ausfällt.

Ein zweiter Aspekt betrifft die Marktentwicklung. Die Behörden in Minnesota hoben im vergangenen Monat hervor, dass Einzelhändler seit dem Start des legalen Freizeitmarktes für Cannabis vor einem Jahr Waren im Wert von mehr als einer Viertelmilliarde US-Dollar verkauft haben. Solche Umsatzgrößen sind für Investoren relevant, weil sie die Größe und Dynamik eines legalen Marktes illustrieren. Die vorliegende Meldung enthält keine Angaben zu einzelnen Unternehmen, Tickern oder Kursen – eine direkte Ableitung für konkrete Aktien ist daraus nicht möglich.

Ausblick

Das OCM hat in der Vergangenheit mehrere Studien veröffentlicht: zu Krebspatienten, zu Patienten mit chronischen Schmerzen und zu Menschen mit Schlafapnoe. Die aktuelle Arbeit zu Autismus-Spektrum-Störungen setzt diese Reihe fort. Eric Taubel betont, dass Forschung wie diese helfe, eine stärkere Evidenzbasis aufzubauen und fundierte Entscheidungen zu treffen, die Patienten und die öffentliche Gesundheit in den Vordergrund stellen. Konkrete weitere Termine oder Studienankündigungen enthält der Quelltext nicht.

Kurz erklärt

  • ASD (Autismus-Spektrum-Störung): Sammelbezeichnung für Entwicklungsstörungen, die sich unter anderem in der sozialen Interaktion und Kommunikation zeigen.
  • Placebogruppe: Vergleichsgruppe in einer Studie, die kein wirksames Präparat erhält und so eine Kontrolle der Ergebnisse ermöglicht.
  • OCM (Office of Cannabis Management): staatliche Behörde in Minnesota, die das medizinische Cannabisprogramm verwaltet und Studien dazu veröffentlicht.
Medizinisches CannabisAutismusAngstzuständeDepressionenMinnesotaCannabis-StudieASDOffice Of Cannabis Management

Meistgelesene News

  1. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  2. Beschlagnahmte Iran-Öltanker segeln langsam in Richtung USA
  3. Alphabet und Nvidia: Was 1.000 Dollar bis 2030 wert sein könnten
  4. Ölpreis stabilisiert sich: USA und Iran prüfen gestaffelten Hormus-Deal
  5. Iran erhält offizielle US-Antwort auf Friedensvorschlag

Disclaimer