Marktentwicklungen in Asien: Stabilität und Unsicherheit
Fehlende Impulse belasten chinesische und japanische Exporte

Die asiatischen Börsen zeigen sich derzeit ohne klare Richtung, während die Märkte in China weiterhin von fehlenden Impulsen belastet werden. An der Börse in Shanghai blieb der Index nahezu unverändert und notierte bei 3199 Punkten. Der CSI-300-Index, der die 300 wichtigsten Unternehmen an den Festlandbörsen abbildet, fiel um 0,1 Prozent auf 3827 Punkte. Diese Entwicklung erfolgt im Kontext einer mit Spannung erwarteten Pressekonferenz zur Wohnungspolitik in China, bei der zwar eine Erleichterung des Zugangs zu Finanzmitteln für Bauträger in Aussicht gestellt wurde, jedoch keine konkreten Maßnahmen präsentiert wurden, um eine spürbare Belebung im Immobiliensektor zu fördern.
In Japan gab der Nikkei-Index um 0,6 Prozent auf 38.944 Punkte nach, während der breitere Topix nahezu unverändert bei 2690 Punkten notierte. Technologiewerte belasteten den Markt und führten zu einem Rückgang des Nikkei, was unter anderem auf eine Umsatzwarnung des niederländischen Chipausrüsters ASML zurückzuführen ist. Anleger richten nun ihre Aufmerksamkeit auf den bevorstehenden Quartalsbericht von TSMC, dem weltweit führenden Hersteller von Hochleistungschips. Experten erwarten einen Gewinnsprung von 42 Prozent, was jedoch auch zu einer potenziellen Verkaufswelle führen könnte, sollte das Ergebnis enttäuschen.
Unter den größten Verlierern an der Börse befanden sich der Chiphersteller Tokyo Electron mit einem Minus von drei Prozent und Advantest, der um 2,6 Prozent fiel. Der Anbieter von Chipfertigungsanlagen Disco musste ebenfalls einen Rückgang von 2,3 Prozent verzeichnen. Parallel zu diesen Entwicklungen stabilisierte sich der Ölpreis, nachdem er vier Tage in Folge gefallen war. Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg um 0,3 Prozent auf 74,41 Dollar pro Barrel, während US-Öl der Sorte WTI ebenfalls um 0,3 Prozent auf 70,61 Dollar zulegte.
In Japan sanken die Exporte im September erstmals seit zehn Monaten, was auf die schwache Nachfrage aus China und die Konjunkturabkühlung in den USA zurückzuführen ist. Die Ausfuhren gingen im Jahresvergleich um 1,7 Prozent zurück, während die Exporte nach China um 7,3 Prozent sanken. Die zuletzt beobachtete Aufwertung des Yen und die nachlassende Nachfrage im Automobilsektor haben zusätzlichen Druck auf die Exporte ausgeübt. Die Handelsbilanz wies ein Defizit von 294,3 Milliarden Yen aus, was über den Erwartungen der Analysten lag. Die Bank of Japan wird voraussichtlich ihre Zinspolitik bei der nächsten Sitzung beibehalten.
